Isofin im Wohnbereich
Kapitel 10 von 11 · Wohnbereich

Isofin im Wohnbereich

Isofin lässt sich nicht nur im Keller, sondern überall im Gebäude einsetzen — von nichtunterkellerten Häusern über Fachwerkbauten bis hin zu Balkonen und Reihenhäusern.

Lesefortschritt

Bei aufsteigender Feuchtigkeit im nicht unterkellerten Haus

Die Erstellung von Isofin-Sperren in nichtunterkellerten Gebäuden unterscheidet sich praktisch nicht von den Injektage-Arbeiten im Keller.

Die Injektionsarbeiten an den Außenwänden können Sie auch von außen durchführen, damit Sie in den Wohnräumen nicht eine „Großbaustelle" einrichten.

Bedenken Sie jedoch, dass auch die tragenden Innenwände eine Sperre

Querschnitt nichtunterkellertes Gebäude mit Streifenfundamenten: Isofin-Sperre im Boden-Niveau an Außen- und tragender Innenwand
Bild 124 — Nichtunterkellertes Gebäude mit Streifenfundamenten: Die Isofin-Sperre befindet sich im Boden-Niveau sowohl an der Außenwand als auch an der tragenden Innenwand. Wasser steigt aus dem Erdreich auf.

gegen aufsteigende Feuchtigkeit benötigen, wenn sie nicht auf einer Betonplatte stehen. Bild 124 zeigt die Situation eines nichtunterkellerten Gebäudes mit Streifenfundamenten.

Im Bild 125 ist dagegen die Situation dargestellt, in der die tragenden Wände auf der Betonplatte des Fußbodens stehen und damit keinen Kontakt zum feuchten Fundament haben. Hier können die Innenwände keine aufsteigende Feuchtigkeit haben und müssen daher auch nicht gesperrt werden.

Bei Sperren oberhalb des Erdreichs in Außenwänden müssen Sie auch die Fassade des Hauses berücksichtigen. Nimmt die Fassade zuviel Regenwasser auf, dann sinkt ein Teil dieses Wassers in der Wand nach unten — bis zur Horizontalsperre — und staut sich dort. In diesen Fällen können Sie das

Querschnitt nichtunterkellertes Gebäude: Innenwände stehen auf der Betonplatte und benötigen keine Sperre
Bild 125 — Nichtunterkellertes Gebäude: Die tragenden Innenwände stehen auf der Betonplatte des Fußbodens, haben keinen Kontakt zum feuchten Fundament und benötigen daher keine Isofin-Sperre. Wasser steigt nur an den Außenwänden auf.

Problem jedoch durch eine hydrophobierende Fassaden-Imprägnierung beseitigen. Fragen Sie in solchem Fall uns oder einen unserer Vertriebspartner, wir helfen Ihnen gern weiter.

Im Mauerwerk unter Fachwerk

Aufsteigende Feuchtigkeit im Fundament- oder Mauerbereich unterhalb von Holzfachwerk ist nicht nur störend, sondern gefährdet das Holz des Fachwerks. Mikrobielle Holzschädlinge (Pilze) benötigen zu ihrer Lebenserhaltung nicht

Querschnitt Fundament unter Fachwerk: nasses Fundament, trockenes hydrophobiertes Mauerwerk, Lagerbalken
Bild 126 — Fundament unter Fachwerk: Das Fundamentmauerwerk ist nass, der hydrophobierte Bereich darüber trocken. Der Lagerbalken liegt auf dem Mauerwerk und ist durch Isofin vor aufsteigender Feuchtigkeit geschützt.

nur Nahrung (Holz) sondern vor allem Wasser.

Deshalb ist es wichtig, die aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk, unterhalb des Lagerbalkens, fernzuhalten, falls zwischen dem Mauerwerk und dem Holzbalken keine Horizontalsperre (Bitumenanstrich, Bleiblech, Kupferblech, Teerpappe usw.) vorhanden ist. Eine Isofin-Sperre hilft auch hier, teuere Sanierungsarbeiten, wie den Austausch von Lagerbalken, einzusparen. Selbstverständlich kann Isofin keinen bereits durch Pilze zerfressenen Lagerbalken wieder herstellen. Isofin kann jedoch verhindern, dass ein noch funktionstüchtiger, oder der erneuerte Lagerbalken weiterhin geschädigt wird.

Die Isofin-Sperre wird in der Regel von außen und in üblicher Weise erstellt. Bohren Sie in einem Winkel von 30°–45° so tief in die Wand, dass Sie die Hälfte bis zwei Drittel der Wand durchbohren und setzen die Isofinflasche in das Bohrloch. Beachten Sie die notwendige Isofin-Menge, die vom Wandquerschnitt abhängig ist (s. Tabelle auf Seite 31).

Falls der Fußboden innen aus irgendeinem Grund entfernt werden muss, kann die Isofin-Sperre selbstverständlich auch vom Innenraum her erstellt werden.

Sollte der Lagerbalken auf einem nach außen vorspringenden Sockel liegen (Bild 127), auf dem sich

Querschnitt Fundament unter Fachwerk mit vorspringendem Sockel: Sockeloberfläche wird mit Isofin hydrophobiert
Bild 127 — Fundament unter Fachwerk mit vorspringendem Sockel: Die Sockeloberfläche wird durch Aufgießen von Isofin hydrophobiert, damit sich kein Wasser sammelt und unter den Holzbalken fließt.

Wasser sammeln und unter den Holzbalken fließen kann, dann hydrophobieren Sie die Sockeloberfläche durch Aufgießen von Isofin. Das Isofin sollte hierbei auch unter den Balken fließen, damit der Kapillarspalt zwischen dem Holz und dem Mauerwerk kein Wasser unter den Balken saugt.

Bedenken Sie bei der Sanierung des Fachwerkhauses, dass im Bereich der Innen-Wände die gleiche Problematik vorliegt. Auch hier liegen die Lagerbalken auf (höchstwahrscheinlich feuchten) gemauerten Fundamenten.

Bedenken Sie auch, dass neue Lagerbalken, mit heute zulässigem Holzschutz, längst nicht so lange halten wie die alten mit Teeröl imprägnierten Balken.

Wegen Hofmauer oder Nebengebäude

Verzahnungsfeuchtigkeit durch nicht gesperrte Wände eines Nebengebäudes oder einer Einfriedungsmauer (Hofmauer), kann auch in nichtunterkellerten Gebäuden Probleme bereiten.

Bild 128 zeigt eine Verzahnungsfeuchtigkeit in der Außenwand, die durch eine, mit ihr verzahnte außenliegende Mauer hervorgerufen wird.

Es wird die Lage der Injektionsbohrungen bei einer Sperrung von innen gezeigt. Selbstverständlich kann die Isofin-Sperre auch von außen injiziert werden, damit man nicht im Wohnraum arbeiten muss.

Außenwand mit Injektionsbohrungen von innen: Verzahnungsfeuchte durch außen anliegende Fremdwand
Bild 128 — Verzahnungsfeuchte durch außenliegende Fremdwand: Dargestellt sind die Injektionsbohrungen bei einer Sperrung von innen. Die Außenwand nimmt Feuchtigkeit aus der angrenzenden Mauer auf.

Bild 129 zeigt alternativ die Lage der Bohrungen für eine außenliegende Sperre. Die Isofin-Sperre muss hier lediglich so injiziert werden, dass die Hauswand keine Feuchtigkeit aus der nassen Außenmauer (z. B. Hofmauer) übernehmen kann.

Hauswand mit Injektionsbohrungen von außen: Wasser wandert aus der nassen Außenmauer in die Hauswand
Bild 129 — Verzahnungsfeuchte durch außenliegende Fremdwand: Injektionsbohrungen von außen. Wasser wandert aus der nassen Außenmauer in die Hauswand; die Sperre unterbindet diese Übernahme.

Es empfiehlt sich, die Bohrungen in der Außenmauer nicht nur schräg nach unten, sondern auch schräg in Richtung Hauswand zu bohren, so dass das Bohrloch in der Hauswand endet.

Hierdurch entsteht noch eine hydrophobe Zone im Hausmauerwerk. Falls die Wände nicht verzahnt sind, wird die Hauswand somit auch gegen Wasser geschützt, dass eventuell in den Spalt zwischen den beiden Wänden eindringt. Die im Bild 130 gezeigte Feuchtigkeit im Rauminneren hat ihre Ursache ebenfalls in der Verzahnung der Hauswand mit einer nassen Grundstücksmauer.

Außenwand mit Injektionsbohrungen: Verzahnungsfeuchte durch nasse Grundstücksmauer
Bild 130 — Verzahnungsfeuchte durch nasse Grundstücksmauer: Die Bohrungen in der Außenmauer werden schräg nach unten und in Richtung Hauswand ausgeführt, damit eine hydrophobe Zone in beiden Wandbereichen entsteht.

Die gezeigten Feuchtigkeits-Schäden können nicht nur von einfachen Mauern, sondern auch von Wänden eines Nachbargebäudes hervorgerufen werden, wenn die Mauern dieses Gebäudes feucht sind. Hier sind vor allen Dingen die Wände von Ställen, Abstellschuppen, Werkstatträumen usw. zu nennen, die solche Schäden erzeugen, obwohl sie gar nicht so feucht aussehen.

Wegen defektem Balkon-Anschluss

Der nachfolgend geschilderte Feuchtigkeits-Schaden kann natürlich auch bei unterkellerten Häusern auftreten. Diese Schadensart wird an dieser Stelle besprochen, weil sie nicht durch Feuchtigkeit aus dem Kellerbereich hervorgerufen wird, sondern ihre Ursache in der defekten Balkonabdichtung hat. Diese Schäden können daher in jedem Stockwerk des Hauses auftreten, wenn ein Balkon vorhanden ist. Je nach Konstruktion können auch Terrassen derartige Nässeschäden hervorrufen.

Lassen Sie sich nicht davon täuschen, dass der Balkon insgesamt — vor allen Dingen an der Oberfläche — noch gut aussieht. Der Nässeschaden wird nicht durch Wasser an der Balkon-Oberfläche (z. B. Fliesenfläche) hervorgerufen, sondern durch Wasser aus dem Untergrund des Balkons.

Aus diesem Grund werden zunächst einmal die drei grundsätzlichen Balkonkonstruktionen gezeigt, die derartige Schäden erzeugen können. Selbstverständlich gibt es unzählige Varianten dieser grundsätzlichen Konstruktionen, weil die Architekten immer wieder versucht haben, das Problem konstruktiv dauerhaft in den Griff zu bekommen.

Balkon-Querschnitt mit L-Abdichtung: Fliesen, nasser Estrich, Beton-Geschossdecke mit bituminöser Abdichtung und Aufkantung zur Hauswand
Bild 131 — Balkon-Querschnitt mit L-Abdichtung: Auf der Betonplatte liegt eine bituminöse Abdichtung, die an der Hauswand hochgezogen ist. Wasser dringt durch die porösen Fliesenfugen in den Estrich ein.
Balkon-Querschnitt mit Wannen-Abdichtung: nasser Estrich, Beton-Geschossdecke, bituminöse Abdichtung als Wanne
Bild 132 — Balkon-Querschnitt mit Wannen-Abdichtung: Die Betonplatte erhält vorne und an den Seiten eine Aufkantung, die bituminös ausgekleidet wird. Das Wasser kann nicht mehr seitlich austreten, sammelt sich aber in der Wanne und steigt unter die Fliesen.

Bild 131 zeigt den normalen, älteren Aufbau von Balkonen. Auf der Betonplatte liegt zunächst eine bituminöse Abdichtung, die an der Hauswand hochgezogen ist. Da die Fliesen aus Kostengründen stets im Schlämmverfahren verfugt werden, das heißt mit dünnem Mörtelbrei verfüllt werden, sind die Fliesenfugen nach der Aushärtung des Mörtels hoch porös. Wasser dringt über diese Fugen praktisch ungehindert in den Untergrund-Estrich ein. Es löst dort Kalk auf, fließt teils an der Vorderkante und teilweise den Seitenflächen als Kalkwasser heraus und hinterlässt dort hässliche Tropfsteine.

Um dieses zu verhindern, konstruierten die Architekten dann Balkone mit einer wannenförmigen bituminösen Abdichtung. Das heißt, die Betonplatte erhält zunächst vorne und an den Seiten eine Aufkantung. Es ergibt sich eine Wanne (im Querschnitt ist leider nur die vordere Aufkantung zu sehen), welche bituminös ausgekleidet wird (Bild 132). Aus dieser Wanne kann das Wasser nicht mehr vorne oder an den Seiten austreten. Tropfsteine entstehen hier also nicht mehr. Dafür kann das Wasser nun gar nicht mehr ablaufen und sammelt sich

in der Wanne. Die Folge ist, dass das Wasser in der Wanne steigt und von unten in die Fliesen eindringt, was im Winter Frostschäden in Form von schalenartigen Glasurabplatzungen erzeugt. Die meisten Fliesen, die durchaus für Außenanwendungen geeignet sind, dürfen eben nicht im Wasser liegen und dann Frost ausgesetzt werden.

Balkon-Querschnitt mit Wannen-Abdichtung und Platten auf Mörtelsäckchen: offene Fugen zwischen eigenstabilen Platten
Bild 133 — Balkon-Querschnitt: Wannen-Abdichtung mit eigenstabilen Platten (z. B. Terrazzoplatten), die auf kleinen Mörtelsäckchen verlegt sind. Die offenen Fugen ermöglichen Wasserablauf, sammeln aber im Laufe der Zeit organisches Material.

Wenn die Fliesen das jedoch überstehen sollten, weil ihr Keramikkörper so fein und fest gesintert wurde, dass sie für „Frostaufbrüche" nicht genug Wasser aufnehmen können, dann sprengt der Frost sie vom Untergrund ab.

Im Bild 133 ist eine Methode dargestellt, die diese Probleme nicht kennt. Dafür kann man allerdings auch keine Fliesen

Balkon-Querschnitt mit L-Abdichtung: Riss in der Bitumenabdichtung im Bereich der Aufkantung zur Hauswand, nasser Estrich
Bild 134 — Balkon-Querschnitt mit L-Abdichtung: Vergrößerter Bereich der Aufkantung (in Bildern 131–133 durch einen Kreis markiert). Hier reißt die bituminöse Abdichtung mit der Zeit und Wasser aus dem Estrich gelangt an die Hauswand.

verwenden, sondern muss auf eigenstabile Platten zurückgreifen (z. B. Terrazzoplatten), die auf kleinen Mörtelsäckchen verlegt werden. Durch die Luftfeuchtigkeit oder aufgespritztes Wasser härtet der Mörtel in den Säckchen innerhalb einiger Tage aus und die Platten liegen fest.

Leider ist auch diese Methode nicht ganz ohne Tücken! Durch die offenen Fugen sammeln sich im Laufe der Zeit unter den Platten kleine Blätter und anderes organisches Material, was dort verrottet und dem Balkon den untrüglichen Duft eines Komposthaufens verleiht. Ungeziefer fühlt sich dort auch sehr wohl.

Balkon-Querschnitt mit L-Abdichtung und Isofin-Zone: Isofin-Sperre in der Hauswand im Bereich der gerissenen Bitumenabdichtung
Bild 135 — Balkon-Querschnitt mit Isofin-Lösung: Die Isofin-Zone (dargestellt als Oval) befindet sich in der Hauswand im Bereich der Aufkantung, wo die Bitumenabdichtung gerissen ist. Die Bohrung ist als Parallellinie eingezeichnet.

Alle drei Balkonkonstruktionen können jedoch nicht verhindern, dass die bituminöse Abdichtung irgendwann reißt und undicht wird. Meistens passiert das im Bereich der Aufkantung der Bitumenabdichtung. Bild 134 zeigt diesen Bereich, der in den Bildern 131–133 durch einen Kreis markiert ist, als Vergrößerung.

Hier kann das Wasser aus der Estrichschicht an die Hauswand gelangen und in sie eindringen.

Um das zu verhindern, benötigt die Hauswand an dieser Stelle eine hydrophobe Zone, also eine Isofin-Sperre, die im Bild 135 als Oval samt der Lage der Bohrung zu sehen ist.

Wegen fehlender Trennung zwischen Balkon- und Innenestrich

Ein ganz übler Fall von Pfusch am Bau ist die fehlende Trennung zwischen dem Balkon- oder Terrassen-Estrich und dem Estrich der Wohnung, der im Bild 136 dargestellt ist.

Dieser Fehler wird erst sehr spät sichtbar und hat dann bereits kostspielige Schäden verursacht.

Je nach Fußbodenbelag zeigt der Fehler ein anderes Schadenbild.

Parkett und verklebte Kunststoff-Platten lösen sich vom Untergrund. Der beginnende Schaden macht sich bei Kunststoff-Platten durch eine Blasenbildung unter den Platten bemerkbar, bevor sich diese vom Untergrund lösen. Stabparkett quillt und löst sich vom Untergrund. Teppichboden ist im Fensterbereich feucht und hält hier den Staub fest, was sich durch einen langsam bildenden dunklen Bereich zeigt.

Balkon-Querschnitt mit fehlender Estrich-Trennung: Fliesen außen, Fußbodenbelag innen, Wasser wandert vom Balkon-Estrich in den Innenraum-Estrich
Bild 136 — Fehlende Trennung zwischen Balkon-Estrich und Innenestrich: Wasser dringt durch die Fliesenfugen in den Balkon-Estrich ein und fließt unter dem Fensterrahmen hindurch in den Innenraum-Estrich.

Bei keramischem Bodenbelag wird der Schaden meistens erst sichtbar, wenn das Wasser den Estrichuntergrund bereits gesättigt hat und die Feuchtigkeit in den Innenwänden aufsteigt (bodennahe Flecken in der Tapete, löst sich von der Wand usw.).

Der Fehler ist durch eine Isofin-Sperre im Estrichbereich des Fensters behebbar. Das Bild 137 zeigt durch das inzwischen bekannte Oval und die Parallelstriche der Bohrung, wo die Isofin-Sperre liegen muss.

Balkon-Querschnitt mit Isofin-Sperre: nasser Balkon-Estrich links, trockener Innenestrich rechts, Isofin-Sperre im Fensterbereich
Bild 137 — Behebung der fehlenden Estrich-Trennung durch Isofin: Die Isofin-Sperre (Oval) liegt im Estrichbereich unterhalb des Fensters und unterbricht den Wasserweg zwischen Balkon- und Innenestrich.

Fußbodenbelag, der sich vom Untergrund gelöst hat, sollte erst wieder verklebt werden, wenn der Estrich ausgetrocknet ist, damit sich die Verklebung nicht wieder löst.

Keramischer Bodenbelag löst sich meistens nicht. In diesem Fall ist die Austrocknung des Untergrundestrichs allerdings stark behindert. Die Verdunstung des Wassers läuft nur über die Fugen des Belages und durch das Aufsteigen des Wassers in den Innenwänden ab. Die Austrocknung des Estrichs kann so 1–2 Jahre dauern. Hat man nicht so viel Geduld, kann man eine Spezialfirma beauftragen, die dann an einigen Stellen Luft unter den Bodenbelag bläst und an anderen Stellen die feuchte Luft wieder absaugt. Dieses Verfahren ist allerdings aufwendig und daher nicht ganz billig.

Durch defekten Nachbarbalkon

Auch ein Nachbarbalkon kann Feuchteschäden im Wohnraum erzeugen. Die Bilder 138–139 zeigen derartige Fälle und ihre Auswirkungen. Beginnen Sie deshalb keinen Nachbarschafts-Streit. Bedenken Sie, dass Sie vor Gericht nur Recht bekommen, wenn der vom Gericht beauftragte Sachverständige diesen Schaden auch richtig erkennt und einschätzt. Das ist bei Feuchtigkeitsschäden leider selten der Fall. Außerdem können Sie den Schaden meistens für einen Bruchteil der Kosten beheben, den ein Sachverständigen-Prozess kostet.

Die Feuchteschäden gemäß Bild 138 + 139 können Sie von Ihrem Wohnraum aus beseitigen. Sie entstehen, wenn bei Häusern in Reihenbauweise zwischen dem Nachbarbalkon und Ihrer Zimmeraußenwand kein Luftspalt besteht und daher das Wasser der Nachbarbalkonplatte in Ihre Wand eindringen kann. Dabei kann der Wassereintritt in die Wand „unsichtbar", also z. B. unter den Fliesen, also im sogenannten Unterbau (Estrich) erfolgen.

Der Nachbarbalkon zeigt deshalb möglicherweise keine sichtbaren Schäden oder Fehler. Ihr Nachbar wird daher auch nicht bereit sein, die Bodenfliesen seines Balkons abzureißen um die darunterliegende Bitumenabdichtung zu Ihrer Wand zu erneuern.

Aus dem gleichen Grund wird ein in Feuchteschäden unerfahrener Sachverständiger den Schadengrund nicht erkennen. Sie sind, wie schon gesagt, gut beraten, diesen Schaden selbst zu beheben.

Außenwand zum Nachbarhaus mit Injektionsbohrungen: Feuchte durch höhen- und seitenversetzten Nachbarbalkon
Bild 138 — Verzahnungsfeuchte durch Nachbarbalkon: Die Injektionsbohrungen sind um das Ende der höhen- und seitenversetzten Nachbarbalkonplatte herum in das Außenmauerwerk gesetzt.
Außenwand zum Nachbarhaus mit Injektionsbohrungen: Feuchte durch seitenversetzten Nachbarbalkon
Bild 139 — Verzahnungsfeuchte durch seitenversetzten Nachbarbalkon: Injektionsbohrungen in das Außenmauerwerk unterbinden die Feuchteübertragung von der Nachbarbalkonplatte.

Wie Sie den Bildern entnehmen können, setzen Sie die Injektionsbohrungen wie im Bild 141 gezeigt (jeweils) um das Ende der Balkonplatte herum in das Außenmauerwerk. Das Mauerwerk wird hierdurch hydrophob und kann das Wasser, welches hier normalerweise von der Balkonplatte aus ins Mauerwerk eindringt, nicht mehr aufsaugen. Eine kostspielige Sanierung der Balkonabdichtung wird somit überflüssig.

Außenwand zum Nachbarhaus in Reihenbauweise: Feuchte durch oberen Nachbarbalkon
Bild 140 — Verzahnungsfeuchte durch oberen Nachbarbalkon (Reihenbauweise): Der Nachbarbalkon liegt oberhalb und direkt angrenzend an die eigene Außenwand.
Vorderansicht: Injektionsbohrungen versetzt angeordnet um Balkonplatte herum, Türrahmen Ober- und Untergeschoss
Bild 141 — Vorderansicht zu Bild 138/139/140: Die Injektionsbohrungen sind versetzt um das Ende der Balkonplatte herum angeordnet, damit eine lückenlose Dichtzone entsteht (Isofin-Stehsperre).

Es handelt sich praktisch um eine Isofin-Stehsperre. Achten Sie daher darauf, dass die Injektionsbohrungen versetzt angeordnet sind, damit eine lückenlose Dichtzone entsteht.

Das Wasser nimmt zunächst immer den einfachsten Weg in die Gebäudewand. Bedenken Sie das auch in diesem Fall. Es könnte sein, dass die Balkonplatte ein leichtes Gefälle zu der jetzt behobenen Schadstelle aufweist. Das könnte bedeuten, dass das Wasser sich einen neuen Weg sucht, wenn Sie den ersten sperren. Es wäre daher nicht ungewöhnlich, wenn demnächst an der anderen Seite der Balkonplatte ein Feuchteschaden entstehen würde, den Sie allerdings auf gleiche Weise abstellen können.

Aus dem Fachbuch »Das Handbuch für trockene Wände« von Hans-Jürgen Krein — Erfinder des Isofin-Verfahrens, über 65 Jahre Erfahrung im Bautenschutz. 9. erweiterte Auflage. Zuletzt aktualisiert: Juni 2026.

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