Isofin-Sperre im Keller: Anleitung
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Erstellung von Isofin-Sperren im Keller — von aufsteigender Feuchtigkeit bis hin zu Sonderbaustoffen wie Beton, Bruchstein und Lehm.
Bei aufsteigender Feuchtigkeit
Im Keller gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, die Isofin-Sperre zu platzieren. Soll oder muss der Keller trocken werden, dann muss die Isofin-Sperre im Kellerboden-Niveau in die Wände injiziert werden.
Will man lediglich das Durchsteigen der Feuchtigkeit in den über dem Keller liegenden Wohnbereich verhindern, dann kann man die Isofin-Sperre auch oberhalb des Erdreichs in die Außenwände injizieren. Die Sperrung oberhalb des Erdreichs schützt jedoch die Kellerwände nicht vor dem weiteren Verfall durch aufsteigendes Wasser und ist daher nur eine „technische Krücke", die in manchen Fällen allerdings auch einen Sinn hat (Bild 56). Der Keller bleibt in diesem Fall feucht.
Die Variante der oberirdischen Kapillarsperre macht eigentlich nur dann Sinn, wenn man die teuere Gesamtabdichtung noch einige Jahre aufschieben und trotzdem vorzeitig die Wohnräume trocken haben will. In diesem Fall sind meistens nur die Außenwände zu sperren, da die aufsteigende Feuchtigkeit in Innenwänden das Erdgeschoss nur selten erreicht. Dieser seltene Fall kann dann gegeben sein, wenn die tragenden Wände sehr dick sind und das aufsteigende Wasser, trotz der zwei Verdunstungsflächen, nicht vollständig im Kellergeschoss verdunsten kann.
Ist eine vertikale Außenabdichtung vorhanden, oder soll sie erstellt werden, dann ist die Isofin-Sperre im Boden-Niveau zu injizieren.
Auf diese Weise erhält man einen trockenen Keller und einen optimalen Schutz der Wände vor dem weiteren Verfall (Bild 57 + 58).
Die handwerkliche Anwendung von Isofin ist einfach. Isofin wird in sogenannten Injektionseinheiten geliefert, Flaschen mit speziellem Injektionsverschluss, befüllt mit Isofin, einer sehr dünnflüssigen Imprägnierflüssigkeit (in der Fachsprache Hydrophobiermittel genannt). Die Flaschen besitzen eine Skala, mit deren Hilfe Isofin für unterschiedliche Wandstärken vorportioniert werden kann.
Sie bohren lediglich eine Reihe kleiner Löcher mit 10 mm oder 12 mm Durchmesser, im seitlichen Abstand von 25 cm, mit einer Tiefe, die etwa zwei Drittel der Wandstärke entspricht, unter einem Winkel von ca. 30–45°. Dann stecken Sie in jedes dieser Löcher eine Flasche Isofin mit aufgeschraubtem Injektionsverschluss. Die Wand entnimmt das Isofin selbsttätig.
Innerhalb etwa einer Woche entsteht dann im Inneren der Wand die Kapillarwassersperre. Bei der Isofinsperren-Erstellung müssen Sie jedoch beachten, dass die Wand nicht nur die Bohrungen innen besitzt, sondern auch die Eckbereiche der Wände mit Sperre geschützt werden müssen.
Sie müssen also in den Ecken der Wände ebenfalls — je nach Wandstärke — 1–2 Löcher bohren und dort Isofin injizieren (Bild 59 + 60).
Sie erreichen damit, dass die Eckbereiche, gleichgültig ob es sich hierbei um eine Außen- oder Innenwand-Ecke handelt, ebenfalls eine Horizontalsperre erhält.
Beachten Sie dabei auch die eventuell mögliche Wasserüberwanderung Ihrer Isofin-Horizontalsperre aus Bereichen, die nicht gesperrt wurden. Dieses Problem wird im Kapitel „Verzahnungsfeuchte durch Nebengebäude" beschrieben und anhand von Skizzen erklärt.
Eventuell ist, wie dort beschrieben, in der Ecke zum nicht gesperrten Bereich eine Isofin-Stehsperre notwendig, um die Überwanderung Ihrer neuen Isofin-Sperre durch Wasser aus dem nicht gesperrten Wandbereich zu verhindern. Das ist allerdings nur bei Teilsperrungen notwendig. Also wenn der nebenliegende Keller nicht gesperrt wird.
Bei Lichtschacht-Feuchtigkeit
Bei der Sperrung von Lichtschacht-Feuchtigkeit gilt es bereits, einige Besonderheiten zu beachten. Zur Sperrung müssen 2 senkrechte — sogenannte Stehsperren — und 1 waagerechte Sperre erstellt werden.
Stehsperren müssen immer doppellagig sein, damit sichergestellt ist, dass sich die Injektionszonen in ihren Randbereichen überdecken und somit im zu sperrenden Wandbereich keine Fehlstelle zurückbleibt. Der Grund hierfür ist das ungleiche Volumen zwischen den waagerechten und den senkrechten Fugen des Mauerwerks. Hierdurch verteilt sich das Isofin nicht kreisförmig um das Bohrloch, sondern oval, wie im Bild 63 dargestellt.
Sie müssen also zwei senkrechte Lochreihen bohren, die schachbrettartig gegeneinander versetzt sind, also eine normale Stehsperre. Der senkrechte Lochabstand der jeweiligen Bohrloch-Reihe ist wie immer 25 Zentimeter.
Die waagerechte Sperre bohren Sie am besten in der Fensternische, damit Sie die Sperre in der richtigen Höhe erstellen.
Wenn Sie die Löcher der horizontalen Sperre in der Wandfläche unterhalb der Fensternische bohren würden, dann ergäbe sich im Mauerwerk eine zu tief liegende Sperre (siehe Bild 64). Bedenken Sie vor Einbau der Isofin-Sperre stets, dass Sie nicht den feuchten Fleck, sondern den Wasser-Eintritt abdichten müssen, der den Fleck erzeugt.
Das Bild 65 zeigt deshalb noch einmal als Wand-Querschnitt, wie Sie bohren müssen und wo dann die hydrophobe Isofin-Zone liegt.
Bei Verzahnungsfeuchte durch Kellerhals
Auch die Verzahnungsfeuchte durch den Kellerhals wird, wie aus Bild 66 ersichtlich, durch eine vertikale Verzahnung erzeugt. Es ist daher auch in diesem Fall eine Stehsperre notwendig.
Stehsperren müssen immer doppellagig sein, damit sichergestellt ist, dass sich die Injektionszonen in ihren Randbereichen überdecken und somit im zu sperrenden Wandbereich keine Fehlstelle zurückbleibt. Der Grund hierfür ist das ungleiche Volumen zwischen den waagerechten und den senkrechten Fugen des Mauerwerks. Hierdurch verteilt sich das Isofin nicht kreisförmig um das Bohrloch, sondern oval, wie im Bild 39 dargestellt.
Sie müssen also zwei senkrechte Lochreihen bohren (Bild 66), die schachbrettartig gegeneinander versetzt sind. Der senkrechte Lochabstand der jeweiligen Bohrloch-Reihe ist wie immer 25 cm, der seitliche Abstand sollte ca. 15 cm betragen. Überlegen Sie auch hier, wo die Wasserübernahme in der Wand stattfindet, damit Sie die Sperre an die richtige Stelle setzen. Bild 67 gibt eine weitere Variante des Stehsperren-Einbaus wieder. Wie Sie sehen, kann man den Einbau der Isofin-Sperre durchaus variieren, wenn man sich genau überlegt, wo die Sperre wirksam werden muss. Dem Wasser darf auf keinen Fall eine Möglichkeit bleiben, die Sperre zu umwandern.
Bei Verzahnungsfeuchte durch Nebengebäude
Die Bilder 68 + 69 zeigen die Problematik der Wasserübernahme aus nicht gesperrten Nachbarwänden. Hierbei ist es gleichgültig, ob die nicht gesperrten Wände zu einem Nebengebäude oder zu nicht gesperrten Wänden des eigenen Kellers gehören.
In den folgenden Wandschnitten, die als Draufsicht dargestellt sind (Bilder 67 bis 70), wird gezeigt, wie die Bohrungen für die Stehsperren, bei unterschiedlichen Baugegebenheiten, gesetzt werden müssen.
Das Bild 68 zeigt den Verzahnungsbereich einer Außenwand mit einer tragenden Innenwand. Der rechte Außenwandbereich und die tragende Innenwand wurden durch eine bodennahe Isofin-Sperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit gesperrt. Der linke Außenwandbereich wurde nicht gesperrt. Um die Wasserüberwanderung der bodennahen Isofin-Sperren aus dem linken, nicht gesperrten Wand-Bereich zu verhindern, muss eine Isofin-Stehsperre in den angegebenen Positionen injiziert werden.
Das Gleiche gilt für die im Bild 69 dargestellte Situation eines T-Wandanschlusses von zwei tragenden Innenwänden, die, wie wir wissen, ebenfalls selbst Wasser hochsaugen können, wenn sie Kontakt zum feuchten Erdreich haben, also nicht auf einer Bodenplatte stehen.
Auch das Bild 65 zeigt den Sperren-Einbau gegen Verzahnungsfeuchtigkeit. Hier ist die Situation einer kreuzenden Wand dargestellt. Das Problem ist jedoch prinzipiell das Gleiche, wie bei den vorher geschilderten Situationen. Die nasse Wand ist so zu sperren, dass deren Feuchtigkeit die bodennahen Sperren der drei gesperrten Wände nicht überwandern kann.
Im Bild 70 wird dagegen eine besondere Situation gezeigt, die es notwendig macht, eine dreilagige Stehsperre in den Eckbereich der Wände zu injizieren. In diesem Fall kann das Wasser aus zwei nicht gesperrten Wänden in die gesperrten Wände (oberhalb der bodennahen Isofin-Sperren) wandern. Mit einer zweireihigen Stehsperre kann der Bereich der Wasserüberwanderung, aus zwei Wänden, nicht völlig abgesichert werden. Es ist also eine dritte Sperrenreihe notwendig.
Wie bereits gesagt, werden diese Verzahnungs-Sperren an Innenwänden nur dann notwendig, wenn die Innenwände nicht auf einer Bodenplatte stehen, sondern über ihre Streifenfundamente selbst Kontakt zum nassen Erdreich haben. In Altbauten, die vor 1960 gebaut wurden, ist das in der Regel der Fall.
Bei Verzahnungsfeuchte durch Grundstücksmauer
Die oben gezeigte zweireihige Stehsperren-Injektion kann auch notwendig werden, wenn die Kelleraußenwand Kontakt mit einer Mauer hat, die z. B. als Grundstücksbegrenzung dient (Hofmauer), die ein Teil eines ehemaligen Stall- oder Werkstattgebäudes ist, oder von einer ehemaligen Fäkaliengrube stammt.
Je nachdem wie tief diese außenliegende Wand im Erdreich liegt, zeigt sich deren Verzahnungsfeuchte im Keller entweder über die gesamte Kellerhöhe (Bild 73), oder möglicherweise auch nur im oberen Kellerwand-Bereich (Bild 74). In diesem Fall ist jedoch zu bedenken, dass nicht nur im Bereich der Verzahnung der hochliegenden Wand ein Wassereintritt in die Kellerwand stattfindet. Auch unterhalb dieser verzahnten Wand ist die Kellerwand außen nicht durch eine vertikale Außenabdichtung geschützt, weil diese, unterhalb der z. B. Stallwand, nicht freigeschachtet und abgedichtet werden konnte.
Das Bild 75 zeigt die Situation vom Bild 73 als Seitenansicht des Wandschnittes. Im unteren Wandbereich, in dem die vertikale Außenabdichtung fehlt, kann es notwendig sein, eine drei- oder vier-reihige Stehsperre zu injizieren, falls der Bereich der fehlenden Außenabdichtung breiter ist als die verzahnte Wand.
Derartige Sperren zählen jedoch schon zu den sogenannten Isofin-Flächensperren und werden daher dort eingehend erklärt.
Bei punktueller Feuchtigkeit in der Wand
Manchmal treten in einer Kellerwand punktuell Feuchtstellen auf, obwohl eine vertikale Außenabdichtung und eine Horizontalsperre vorhanden ist. Das liegt immer daran, dass die vertikale Außenabdichtung eine oder mehrere kleine Verletzungen hat. Hier kann dann Wasser aus dem Erdreich in die Wand eindringen. Diese Feuchteschäden sind meist gering und machen sich innen durch begrenzte Feuchtstellen bemerkbar.
Entsprechend gering ist der Aufwand zur Behebung solcher Fehlstellen.
Bild 76 zeigt einen derartigen punktuellen Feuchteschaden und seine Behebung durch drei Isofin-Injektionen. Zu beachten ist hierbei, dass die Injektionen im oberen Bereich der Feuchtstelle erfolgen, da sich das Wasser in der Wand, durch die Erdschwerkraft, nicht gleichmäßig um die Fehlstelle verteilt, sondern etwas nach unten auswandert. Würde man die Injektion in der Mitte der sichtbaren Feuchtstelle platzieren, dann könnte die hydrophobe Zone in der Wand zu tief liegen. Außerdem muss man beim Setzen der Bohrlöcher beachten, dass diese etwa unter einem Winkel von 40–45° gebohrt werden müssen, damit das Isofin nicht aus dem Bohrloch fließt. Im Bild 77 ist daher die Situation einer falsch gesetzten Injektion anhand eines Wandschnittes dargestellt. Das Bild 78 zeigt die richtig angesetzte Injektionshöhe. Wie man an den Bildern sieht, benötigt man an sich nicht drei Injektionen um eine kleine Verletzung der Außenabdichtung abzusichern. Eine Injektion an der richtigen Stelle würde ausreichen. Es ist aber praktisch nicht möglich, die exakte Lage der Undichtigkeit zu bestimmen. Außerdem muss die Verletzung nicht einmal annähernd kreisförmig sein, sondern kann durchaus aus einem Kratzer von einigen Zentimeter Länge bestehen.
Sie können jedoch mit einer Injektion beginnen und abwarten, ob Sie die richtige Stelle getroffen haben. Trocknet der Fleck innerhalb von drei Wochen nicht oder nur unvollständig ab, dann können Sie immer noch eine oder zwei weitere Injektionen vornehmen.
Bei undichtem Vorsatzschalen-Fuß
Das hier beschriebene Feuchteproblem ist ein Sonderfall, der nur auftreten kann, wenn die Fassade des Hauses zweischalig ist und sich zwischen den beiden Schalen ein Luftspalt befindet. Bild 79 zeigt einen derartigen Wandaufbau im Schnitt.
Im Bild 79 ist eine Bitumenabdichtung eingezeichnet. Diese Abdichtung hat die Aufgabe, das Eindringen von Regenwasser in die Gebäudewand zu verhindern. Sind für die Vorsatzschale sehr poröse Klinker verwendet worden oder ist der Fugenmörtel sehr saugfähig, dann sättigt sich die Vorsatzschale bei anhaltendem Regen mit Wasser.
Durch Winddruck wird das Wasser aus der Vorsatzschale in den Luftspalt gedrückt. Ist die Bitumenabdichtung nicht vorhanden oder fehlerhaft, dann dringt das Wasser in das Gebäudemauerwerk ein und erzeugt einen nassen Wandstreifen, der im Keller sichtbar wird.
Liegt der sogenannte Fußpunkt der Vorsatzschale, also die untere Steinlage der Vorsatzschale, höher und dadurch nicht mehr in Kellerhöhe, sondern in Höhe der Kellerdecke bzw. bei nicht unterkellerten Häusern im Fußboden-Niveau des Wohnraumes, dann liegt der nasse Wandstreifen oberhalb der Fußleiste (Bild 81). Die Isofin-Sperre ist dann in entsprechender Höhe zu injizieren. Bei nicht unterkellerten Häusern reicht eine einlagige Isofin-Sperre, weil Sie lediglich das Wasser aus dem Wohnbereich fernhalten müssen.
Ist das Gebäude unterkellert, dann müssen Sie noch eine zweite, tiefer liegende Isofin-Sperre injizieren, um auch nasse Wandbereiche im Keller zu verhindern. Diese Isofin-Sperre kann entweder ebenfalls von innen (Bild 80) oder von außen (Bild 83) injiziert werden.
Ob Sie die Sperre von außen oder von innen erstellen sollten, ist von praktischen Erwägungen abhängig. Zum Beispiel davon, ob die Sperre dicht unter der Kellerdecke liegen muss. Sie können dann aus Platzgründen nur noch von außen arbeiten.
Bei zweischaligem Mauerwerk
In alten Häusern, die etwa um 1880 bis 1930 gebaut wurden, trifft man im Bereich oberhalb des Erdreichs auch zweischaliges Mauerwerk mit Luftspalt an.
Die sicherste Bearbeitung ist im Bild 84 dargestellt. Die beiden Mauerwerk-Schalen werden wie zwei Wände behandelt. Die innere Wand wird von innen, die äußere von außen gebohrt und mit Isofin bearbeitet. Man kann auch mit einer Bohrung auskommen, wenn man die Bohrung so exakt setzen kann, dass dem Wasser keine Möglichkeit bleibt, die Isofin-Zone zu überwandern (Bild 85).
Keinesfalls darf die wasserabweisende Isofin-Zone so tief liegen, dass das eventuell unter der Fußbodenplatte liegende feuchte Erdreich (nur bei nichtunterkellerten Gebäuden) Kontakt zu einem ungeschützten Wandbereich hat und somit Wasser oberhalb der Isofin-Sperre ins Mauerwerk eindringen kann (Bild 86). Das Kellermauerwerk ist in der Regel einschalig.
Bei Bruchstein-Mauerwerk
Auch bei Mauerwerk aus Natur-Bruchsteinen sind Isofin-Sperren wirksame Kapillarsperren. Prinzipiell gilt das Gleiche, wie bereits für Ziegel- oder sonstige Kunststeine beschrieben.
Zu beachten ist jedoch die unterschiedliche Bauart von Naturstein-Mauerwerk. Das Mauerwerk kann aus Naturbruch oder bearbeiteten Quadern erstellt sein. Auf jeden Fall müssen die Bohrungen so gebohrt werden, dass der Stein durchbohrt und die Mörtelfuge erreicht wird. Das Isofin muss sich über die Mörtelfuge verteilen können.
Im Falle dicker Naturbruch-Steinwände ist das in der Regel kein Problem, da die Wände praktisch zweischalig erstellt und in der Mitte mit kleinen Steinen und Mörtel verfüllt wurden (Bild 87). Im Naturbruchstein-Mauerwerk ist auch eine Isofin-Flächensperre kein Problem und wird genauso erstellt wie in Ziegelwänden (s. unten und folgende Seiten).
Auch wenn manche Natursteine selbst kein oder nur wenig Wasser aufnehmen, so enthält Bruchsteinmauerwerk doch sehr viel Mörtel, der Wasser saugt und transportiert.
Bei oberflächenbearbeiteten großformatigen Natursteinen muss man jedoch gut überlegen, wo man die Bohrung ansetzt und welche Neigung sie haben soll, damit man auch eine Mörtelfuge trifft (Bilder 88 + 89).
Bei großformatigen Quadern muss man auch berücksichtigen, dass es Natursteine mit sehr unterschiedlicher Wasseraufnahme gibt. Manche Natursteine sind sehr porös und nehmen hohe Anteile Wasser auf. Diese Steine nehmen dann auch Isofin auf und sind wie Ziegel hydrophobierbar. Andere Steine nehmen nur sehr wenig oder gar kein Wasser auf, weil sie nur wenige oder keine Poren haben (Basalt, Granit usw.). Dieses unterschiedliche Verhalten ist bei einfachen Horizontalsperren unwichtig. Bei Stehsperren oder Flächensperren muss dieses Verhalten berücksichtigt werden!
In Gitterziegeln oder Hohlblocksteinen
Selbst bei Gitterziegeln, Hohlblock- oder sonstigen Hohlkammer-Steinen sind Horizontalsperren im Bodenniveau völlig problemlos.
Wie aus den Bildern 90 + 91 ersichtlich, fließt bei diesen Steinen das Isofin in die Hohlkammern und damit in die darunter liegende Mörtelfuge.
Da der Mörtel deutlich poröser ist als das Steinmaterial, nimmt zunächst der Mörtel das Isofin auf. Aus diesem „Mörtel-Depot" verteilt sich das Isofin in den nächsten 2–3 Wochen auch auf das Steinmaterial, sodass danach eine komplette hydrophobe Wandzone, wie bereits oben beschrieben, entstanden ist.
Die gleiche Art der Isofin-Verteilung findet auch in anderen Hohlkammersteinen statt, von denen einige im Bild 92 gezeigt werden.
In Porenbeton-Steinen
Porenbeton, auch Gasbeton genannt, ist kein Beton nach der üblichen Begriffsdefinition, da keine Gesteinskörnung wie Sand oder Kies enthalten ist. Als Hauptkomponente dient meist fein vermahlener Quarzsand und Zement.
Der Betonbrei wird aufgeschäumt und gehärtet. Das fertige Steinmaterial enthält daher neben den Kapillaren (röhren- und spaltenförmigen Poren) sehr viele Kugelporen, die aus dem erhärteten Schaum entstanden sind. Bei der Erstellung von Isofin-Horizontal- oder Vertikal-Sperren wirkt sich die Schaumstruktur kaum aus.
Die Isofin-Aufnahme und Verteilung in der Wand ist ähnlich wie bei einem Ziegel-Vollsteinmauerwerk.
Lediglich die Austrocknung der Wand verzögert sich um etwa 40%. Das heißt, dass die völlige Austrocknung von Porenbeton mit 30 cm Wandstärke bis zu 8 Monate dauern kann.
Zur Erklärung: Die Physik der Kapillarfeuchte ist auf den Seiten 12–16 beschrieben. Dort ist zu ersehen, dass Wasser umso höher steigt, je kleiner der Kapillarendurchmesser ist. Das heißt auch, dass die Höhe der aufsteigenden Feuchtigkeit umso niedriger ist, wenn der Kapillarendurchmesser größer ist. Ab einer bestimmten Porengröße, die vom Baustoff abhängig ist, gibt es keine aufsteigende Feuchtigkeit (kapillaren Wassertransport) mehr.
Bezogen auf Porenbeton heißt das: Die Kugelporen im Material unterbrechen die Kapillarporen und behindern (verlangsamen) so den kapillaren Wassertransport. Die Wasserverdunstung findet jedoch an der Wandoberfläche bzw. einige Millimeter (3–6 mm) unter dieser in den Poren statt. Das Wasser aus dem Wandkern muss also zur Oberfläche wandern, um dort zu verdunsten.
Isofin-Anwendungen in Wänden aus Beton
Wie bereits auf den Seiten 47–49 beschrieben, gibt es in ordnungsgemäß mit Normbeton erstellten Wänden kaum Kapillarfeuchte.
Der Fehler der fehlenden Arbeitsfugenabdichtung zwischen Bodenplatte und Wand wurde bereits ausführlich beschrieben.
Hier soll lediglich noch einmal die Lösung des Problems durch eine PoroSec-Pox-Verpressung (rot markiert) anhand einer Wandskizze (Bild 94) gezeigt werden. Diese Reaktionsharz-Verpressung verklebt die beiden Betonbaukörper kraftschlüssig und druckwasserdicht. Weil danach in die Arbeitsfuge kein Wasser eindringen kann, wird hiermit auch die eventuell vorhandene, geringfügige, aufsteigende Feuchte in der Betonwand abgestellt.
Es gibt aber durchaus Kapillarwasserprobleme in Betonbaukörpern, die Sie mit Isofin auch selbst bearbeiten und abstellen können.
Hierzu gehören die Probleme in porösen Betonen wie Ziegelschuttbeton, Stampfbeton, durch Betonierfehler zu porös geratene Normbetonbereiche und aus Beton gegossene Wandunterfütterungen.
Wichtig: Bei Isofin-Anwendungen in Normbeton ist eine wichtige Ausnahme zu berücksichtigen. Abweichend von allen anderen Anwendungen müssen hier die Bohrlochabstände halbiert werden. Der horizontale und vertikale Bohrlochabstand in Normbeton beträgt somit 12,5 cm. Allerdings benötigen Sie hierdurch nicht die doppelte Isofin-Menge, denn die Isofin-Menge pro Bohrloch wird bei einlagigen Sperren halbiert und bei mehrlagigen Sperren geviertelt.
Das Gleiche gilt auch für gegossene Betonunterfütterungen unter Mauerwerk (nicht für Stampfbeton), bei der Tieferlegung von Kellerböden zur Erzielung einer größeren Raumhöhe.
Der unter das Mauerwerk gegossene Beton ist meistens dicht genug, um keine Kapillarwasserschäden zu zeigen. Undichtigkeiten bzw. höhere Porosität treten vor allen Dingen im oberen Beton/Mauerwerk-Anschluss auf, wo der Beton nicht mehr ausreichend verdichtet werden kann. Die Arbeitsfugen zwischen den einzelnen Betonierabschnitten können ebenfalls zu Kapillarwasserproblemen führen. In beiden Fällen können Sie die Probleme durch den Einsatz von Isofin beheben. Im Anschlussbereich zwischen dem Mauerwerk und der Betonunterfütterung erstellen Sie eine einlagige Isofin-Sperre, durch die der poröse Betonbereich hydrophobiert wird (Bild 95).
Falls die Vertikalabdichtung der Wand außen nicht den Bereich des Fundamentsockels einschließt, müssen Sie hier noch 2–3 Isofin-Lagen injizieren, um diesen Bereich durch eine Isofin-Flächensperre zu schützen (Bild 96).
Da bei der Tieferlegung eines Kellers die Wand nur in kleinen Stücken von ca. 1 m unterhöhlt und unterfüllt werden kann, kommt es zwischen dem „alten", bereits erhärteten Beton und dem neuen Betonierabschnitt zu einer Arbeitsfuge, die kapillar Wasser transportiert. Hier hilft eine einlagige Isofin-Sperre gemäß Bild 97.
Die Bohrlöcher müssen so erstellt werden, dass sie die Arbeitsfuge durchbohren (Bild 98), damit das Isofin in die Arbeitsfuge fließen kann. Von hieraus dringt das Isofin in den Beton ein und erzeugt eine schmale hydrophobe Zone.
In seltenen Fällen ist allerdings auch in gegossenen Ortbetonwänden Kapillarfeuchte als aufsteigende Feuchtigkeit oder flächig als Querdurchfeuchtung anzutreffen. Diese Schäden entstehen durch schlechte Beton- oder Betonier-Qualität.
Nämlich immer dann, wenn entweder Beton verwendet wird, dessen Zuschlagstoff zu wenig Feinstkorn enthält, oder wenn der Beton schlecht verdichtet wird.
Dichten Beton erhält man nur, wenn der Zuschlagstoff (z. B. Kies) die vorgeschriebene „Sieblinie" aufweist. Gemeint ist hiermit, dass das Kiesgemisch ganz bestimmte anteilige Mengen an Feinst-, Fein-, Mittel- und Grobkorn enthält, damit eine möglichst dichte Masse entsteht. Fehlt z. B. ein Teil des Feinkorns, dann entsteht Beton mit grober Struktur, der dann auch saugfähiger ist. Das Gleiche kann stellenweise bei einer schlechten Verdichtung des Betons entstehen.
Diesen kapillaraktiven Betonen kann man das Wassersaugen durch Isofin genauso abgewöhnen wie z. B. Ziegelmauerwerk. Sie können in solchen Betonen also erfolgreich Isofin-Horizontalsperren oder Isofin-Flächensperren erstellen.
Im Stampfbeton
Stampfbeton ist in Gebäuden selten anzutreffen. Eine typische Anwendung ist jedoch die in den Bildern 96–98 dargestellte Unterfütterung von Mauerwerk, bei der Beton nicht gegossen, sondern als erdfeuchte Masse unter das Mauerwerk gestampft wird.
Stampfbeton ist grundsätzlich sehr porös und besitzt deshalb ein erhebliches kapillares Transportvermögen für Wasser.
Im Gegensatz zur Abdichtung der gegossenen Wandunterfüllung benötigen Sie bei Stampfbeton daher stets eine Isofin-Flächensperre oder eine äußere Vertikalabdichtung.
Die Flächensperre im Stampfbeton wird in gleicher Art erstellt wie im Mauerwerk.
Horizontale und vertikale Bohrlochabstände entsprechen demnach dem für Isofin geltenden (Normal-)Maß von 25 cm. Falls Sie im tiefergelegten Kellerbereich Druckwasserprobleme bekommen, ziehen Sie uns, einen unserer Vertriebspartner oder einen unserer Fachbetriebe hinzu, der Ihnen gern weiterhilft.
Unsere Vertriebspartner und Isofin-Fachbetriebe erhalten bei uns eine ausführliche Schulung in Sachen Druckwasser-Schadendiagnose und Abdichtung. Außerdem verfügen sie über unsere PlastaPox-Spezial-Reaktionsharze, die zum Isofin-System gehören und daher eine optimale Verträglichkeit mit der hydrophoben Isofin-Abdichtung besitzen.
Im Ziegelschuttbeton
Ziegelschuttbeton besitzt, wie schon erklärt, durch seinen porösen Zuschlagstoff insgesamt eine hohe Porosität. Sein kapillarer Wassertransport ist mit dem von Ziegelmauerwerk vergleichbar.
Die Erfinder dieser Betonsorte wussten augenscheinlich nicht viel über Kapillarphysik, denn sie behandelten den Ziegelschuttbeton wie Normbeton.
Dementsprechend erhielten diese Wände außen üblicherweise auch keinen Zementsperrputz, sondern nur einen zweifachen Anstrich mit Dachlack (sog. Teerlack) und keine Horizontalsperre.
Sie können davon ausgehen, dass der dünne Dachlack-Anstrich längst nicht mehr funktionstüchtig ist. Die Feuchtigkeit in Ihrer Ziegelschutt-Betonwand entsteht dementsprechend durch aufsteigende Feuchtigkeit und Querdurchfeuchtung aus dem außen anliegenden feuchten Erdreich.
Eine einlagige Isofin-Horizontalsperre ist daher nicht ausreichend. Selbst das Freischachten der Wand und eine äußere Dickbeschichtung ist, ohne aufwändige Vorarbeiten (Zementsperrputz usw.), keine geeignete Maßnahme, da Ziegelschuttbeton für derartige Beschichtungen keinen geeigneten Untergrund bildet. Sie können hier jedoch eine Isofin-Flächensperre erzeugen (Bild 99), die den gesamten Wandbereich unterhalb des Erdreichs hydrophobiert (s. Seiten 64–74).
Die Bohrlochabstände für Isofin-Sperren in Ziegelschuttbeton sind normal, das heißt, horizontal und vertikal 25 cm.
In Lehmbaustoffen
Im Gegensatz zu den wasserhaltigen Abdichtungsmitteln kann man mit Isofin auch Lehmbaustoffe hydrophob abdichten. Auch in unseren Breiten sind, vor allem in ländlichen Gegenden, auch heute noch Gebäude aus oder mit Lehmbaustoffen anzutreffen. Lehmbaustoffe finden in den letzten Jahren auch wieder Verwendung als Innenputze. Allerdings sind diese neuen Lehmbaustoffe meistens nicht gut hydrophobierbar, da sie als zusätzliches Bindemittel Kartoffel-Stärke oder ähnliche Mittel enthalten, welche die einwandfreie Wirkung von Isofin behindern. Bei altem, reinem Lehm ist das nicht der Fall. Es ist verständlich, dass man Lehmbauten vor Wasser schützen muss, da Wasser aus diesen Lehmwänden durchaus Lehmbrei machen kann.
Unsere Vorfahren schützten daher die Wände durch einen dicken Kalkanstrich. Die aufsteigende Feuchtigkeit verhinderten sie, indem sie die Lehmwände auf Grundmauern aus sogenanntem Trockenmauerwerk bauten. Hierzu wurden die Bruchsteine ohne Mörtel derart zusammengesetzt, dass sie eine tragfähige Mauer ergaben. Derartige Trockenmauern kann man in südlichen Ländern, z. B. auf Mallorca, vielfach als Geländeeinfriedung sehen.
Trockenmauerwerk hat durch den fehlenden Mörtel keine Kapillaren, die aufsteigende Feuchtigkeit in die aufgesetzten Lehmwände transportieren könnten.
Allerdings haben unsere Vorfahren nicht mit der Tücke der Natur gerechnet! Im Laufe der Zeit wurden nämlich von fleißigen Insekten kleine Blätter und Blattabschnitte in die Hohlräume des Trockenmauerwerks transportiert, die dort verrotteten und Humus bildeten. Sobald die Hohlräume der Trockenmauer mit Humus gefüllt waren (Bild 101), begann auch die Durchfeuchtung der Lehmwand durch aufsteigende Feuchtigkeit. Die aufsteigende Wassermenge ist zwar nicht so groß, dass der Lehm breiig wird, aber es entsteht ein anderes zerstörend wirkendes Problem. Das in den Lehm transportierte Wasser enthält stets Salze aus dem Erdreich. Diese Salze konzentrieren sich bei der Verdunstung des Wassers einige Millimeter tief unter der Lehmoberfläche — dort wo das Wasser verdunstet — und kristallisieren dort. Durch den ständigen Wassertransport erhalten die zunächst kleinen Kristalle Salznachschub und werden größer. Die im Lehm wachsenden Kristalle zerdrücken daher die Lehmwand von innen, so dass eine ca. 4–6 mm dicke, versalzene Lehmschicht abplatzt. Danach beginnt dieser Vorgang wieder, einige Millimeter unter der Lehmoberfläche, und irgendwann platzt eine weitere Lehmschicht ab. Die Lehmwand wird also durch den Kristalldruck der Salze allmählich zerstört und muss — im unteren Bereich — ständig repariert werden.
Dieser Vorgang läuft nicht nur außen, sondern auch im Innenraum und unterhalb des Fußbodens ab. Unterhalb des Fußbodens allerdings, wegen der geringeren Wasserverdunstung, wesentlich langsamer.
Diesen ständig ablaufenden Zerstörungsvorgang können Sie mit Isofin für die Zukunft dauerhaft abstellen.
Lehmwände können mit Isofin in gleicher Art hydrophobiert werden wie normale Ziegelwände.
Zur Lösung des beschriebenen Problems reicht also die Erzeugung einer Isofin-Horizontalsperre im untersten Bereich der Lehmwand, so wie im Bild 102 dargestellt.
Sie bohren also lediglich eine Reihe kleiner Löcher mit 12 mm oder 14 mm Durchmesser, im seitlichen Abstand von 25 cm, schräg nach unten, mit einer Tiefe, die etwa zwei Drittel der Wandstärke entspricht. Den Bohrlochwinkel richten Sie so ein, dass das Bohrloch etwa in der Mitte der Wand, noch im Lehm endet. Bohren Sie also möglichst nicht bis zur Steinlage der Trockenmauer, weil sonst eventuell Isofin in die Hohlräume des Trockenmauerwerks läuft. Dann stecken Sie in jedes dieser Löcher eine Flasche Isofin mit aufgeschraubtem Injektionsverschluss. Die Wand entnimmt das Isofin selbsttätig. Im Laufe von 1–2 Wochen hat sich das Isofin optimal verteilt und eine hydrophobe Lehmzone erzeugt, aus der dann das vorhandene Wasser verdunstet, so dass die Wand austrocknet. Der Wasser- und Salztransport ist damit unterbunden.
Falls die Lehmwand im zu sperrenden Bereich Ausbrüche zeigt, sollten Sie diese vor der Hydrophobierung mit Lehm ausbessern.
Entfernen Sie zunächst noch ca. 8–10 mm Lehm aus den Ausbruchstellen. Sie entfernen damit die äußere salzreiche Schicht. Bessern Sie dann mit Lehmmörtel aus und lassen die Wand ca. zwei Wochen trocknen. Danach bohren Sie wie oben beschrieben und erstellen die Isofin-Sperre. Falls Sie eine mit Isofin hydrophobierte Wandstelle mit Lehm reparieren müssen, denken Sie daran, dass der wässrige Lehm nicht auf dem hydrophobierten Untergrund haftet. Sie müssen in diesem Fall den hydrophoben Lehmuntergrund mit einer handelsüblichen Haftemulsion vorstreichen. Den Reparaturmörtel können Sie dann nass in nass oder nach der Trocknung der Haftemulsion auftragen.