Flächensperre im Keller
Kapitel 9 von 11 · Flächensperre

Flächensperre im Keller

Wenn einzelne Sperren nicht ausreichen, lassen sich mehrere Isofin-Lagen übereinander zu einer großflächigen Abdichtung kombinieren — die sogenannte Flächensperre.

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Vorhergehend wurden Isofin-Sperren gezeigt, die ein- oder zweilagig waren. Sie dienten dazu, Horizontalsperren gegen aufsteigende Feuchtigkeit zu erstellen, begrenzte Bereiche mit Querdurchfeuchtung abzudichten oder Verzahnungsfeuchtigkeit zu verhindern.

Wie wir wissen benötigt ein unterkellertes Gebäude eine Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit und eine vertikale Außenabdichtung gegen die Querdurchfeuchtung durch das außen anliegende feuchte Erdreich. Viele Gebäude haben aber Außenbereiche, die nicht oder nur mit unvertretbarem Aufwand freigeschachtet werden können, um eine vertikale Außenabdichtung zu erstellen. Die Gründe hierfür können vielseitig sein. Eine neben dem Haus stehende Garage, eine Terrasse, eine aufwendige Eingangstreppe oder die verweigerte Schachtgenehmigung für einen Gehsteig sind nur einige der denkbaren Probleme.

Auch in derartigen Situationen kann Isofin die Lösung der Probleme bedeuten, denn man kann, wie bereits erwähnt, mehrere Isofin-Sperren übereinander anordnen, um so das Mauerwerk großflächig wasserabstoßend zu machen.

Bohrungen für eine Isofin-Flächensperre
Bild 103 — Bohrungen für eine Isofin-Flächensperre.
Erstellung einer Isofin-Flächensperre
Bild 104 — Erstellung einer Isofin-Flächensperre.

Diese Art der Abdichtung nennen wir Isofin-Flächensperre. Sie ist ebenfalls bequem und unaufwändig von innen zu erstellen und bietet manchmal die einzige Chance, diese problematischen Wandbereiche überhaupt abzudichten. Nachfolgend werden daher einige Beispiele für Isofin-Flächensperren beschrieben, sodass Sie wissen, worauf es bei der Erstellung von Flächensperren ankommt und Sie, möglicherweise nicht beschriebene Probleme, dann selbst lösen können.

In der Außenwand

Wie bei den schon bekannten zweilagigen Isofin-Sperren, sind die Injektionsbohrungen, auch bei Flächensperren, schachbrettartig zu versetzen. Bild 105 zeigt die Ansicht eines solchen Bohrschemas in einer Kellerwand. Die Bohrungen werden, wie immer im waagerechten Abstand von 25 cm gebohrt. Die einzelnen, übereinander liegenden Bohrloch-Reihen haben ebenfalls einen senkrechten Abstand von 25 cm.

Denken Sie auch bei Isofin-Flächensperren stets an die Ecken. Auch in den dort unsichtbaren Bereichen der seitlichen Wände wird Isofin benötigt, damit in den Eckbereichen keine feuchten Wandstellen übrig bleiben und das Wasser aus der Außenwand nicht mehr in die Innenwände wandern kann. Auf der Seite 57, sowie im Kapitel „Verzahnungsfeuchte durch Nebengebäude" auf den Seiten 60+64 ist dieses Problem ausführlich beschrieben.

Bohrschema einer Isofin-Flächensperre: schachbrettartig versetztes Raster von Injektionsbohrungen in Außen- und Innenwand
Bild 105 — Bohrschema einer Isofin-Flächensperre: Außenwand und Innenwand mit schachbrettartig versetzten Bohrpunkten im Abstand von 25 cm.
Schnitt durch die Außenwand: überlappende Isofin-Zonen der Flächensperre im Mauerwerk
Bild 106 — Schnitt durch die Außenwand: überlappende Isofin-Zonen der Flächensperre im Mauerwerk des Kellers.

Im Bild 106 ist diese Wand als Schnitt dargestellt, um Ihnen zu zeigen, wie die hydrophoben Zonen im Mauerwerk liegen werden. Für die Erstellung von Flächensperren ist es wichtig, dass keine Bereiche überbleiben, durch die das Wasser weiterhin von außen nach innen wandern kann. Es sei deshalb noch einmal darauf hingewiesen, dass man Injektionsbohrungen immer so erstellen muss, dass das Isofin sich über den Fugenmörtel in der Wand ausbreiten kann. Das gilt nicht nur für Ziegel oder sonstige Format-Steine, sondern auch in besonderer Weise für Mauerwerk aus gebrochenen Natursteinen (Bruchstein-Mauerwerk). Gerade dieses Mauerwerk kann aus Steinen bestehen, die selbst nicht wasserdurchlässig sind (Basalt, Granit usw). Bei derartigem Mauerwerk erzeugen ausschließlich die porösen Fugen das Nässeproblem. Da die Fugen des Bruchsteinmauerwerks erheblich breiter sind als das von Formsteinmauerwerk, ist auch ein größerer Wassertransport möglich.

Der Mörtel der Wand ist in der Regel erheblich poröser als das Steinmaterial. Der Fachmann spricht hier von einem größeren Porenvolumen des Mörtels.

Isofin-Verteilung kurz nach der Injektage: Isofin befindet sich zunächst in den Fugen
Bild 107 — Kurz nach der Injektage: Fugen mit Isofin getränkt, Steine noch ohne Isofin. Das Isofin befindet sich praktisch vollständig in den Poren des Fugenmörtels.

Der Mörtel nimmt daher erheblich schneller das Isofin auf und stellt damit ein geeignetes „Zwischenlager" im Mauerwerk dar, aus dem sich das Isofin dann gleichmäßig verteilen kann. Das Isofin dringt aus den Fugen allmählich in die Steine ein, deren Gefüge dichter ist als das des Fugenmörtels.

Die Bilder 107–109 zeigen deshalb, zum besseren Verständnis, wie die Isofin-Verteilung im Mauerwerk abläuft.

Direkt nach der Injektage befindet sich praktisch die gesamte injizierte Isofin-Menge in den Poren des Fugenmörtels.

Isofin-Verteilung 1 Woche nach der Injektage: Isofin dringt aus den Fugen in die Steine ein
Bild 108 — 1 Woche nach der Injektage: Isofin dringt aus den Fugen in die Steine ein; nur noch kleine, nicht durchtränkte Zonen im Kern der Steine vorhanden.
Isofin-Verteilung 3 Wochen nach der Injektage: Mörtel und Steine weitgehend von Isofin durchdrungen
Bild 109 — 3 Wochen nach der Injektage: Mörtel und Steine soweit wie möglich von Isofin durchdrungen und wasserabstoßend.

Nach etwa 4 Wochen ist die Diffusion des im Fugenmörtel befindlichen überschüssigen Isofins abgeschlossen. Mörtel und Steine sind soweit wie möglich von Isofin durchdrungen und wasserabstoßend. Die Isofin-Zone im Mauerwerk hat ihre maximale Ausdehnung erreicht.

Das gezeigte Verteilungsverhalten von Isofin muss bei der Erstellung von Flächensperren unbedingt berücksichtigt werden, damit es nicht zu Anwendungsfehlern kommen kann.

Mögliche Fehlstellen in der Hydrophobierung bei einsteiniger Wand: kleine nicht durchtränkte Zonen im Steinkern
Bild 110 — Mögliche Fehlstellen in der Hydrophobierung bei einsteiniger Wand: kleine, von Isofin nicht durchtränkte Zonen im Kern der Steine.

Aus diesem Grund wird im Bild 110 noch einmal die Isofin-Verteilung in einer einsteinigen Wand gezeigt, bei der das Steinmaterial als sehr dicht und damit schlecht durchdringbar angenommen wurde.

Man sieht, dass unter Umständen ein kleiner Kern des Steines nicht von Isofin durchdrungen wird, weil das Material, während der Verteilungszeit, sich schneller über den poröseren Mörtel auf einen größeren Wandbereich verteilt, als es den Stein durchdringt. Bei sogenanntem einsteinigen Mauerwerk gibt es Lagen, bei denen der eine Steinkopf im nassen Erdreich liegt und der andere Steinkopf in den Keller ragt.

Bleibt hier ein kleiner Kern ohne Isofin, dann bleibt dieser Kern auch feucht. Dieser Effekt tritt natürlich nur dann auf, wenn das Steinmaterial sehr viel dichter ist als der Mörtel.

Feuchte Restzonen im Kern der von außen nach innen durchgehenden Steine bei einsteinigem Mauerwerk
Bild 111 — Kleine, von Isofin nicht durchtränkte, deshalb feuchte Zonen im Kern der von außen nach innen durchgehenden Steine.

Bei sehr porösen Steinen oder selbst bei Kalksandsteinen mit Grifflöchern tritt dieses Problem nicht auf. Sehr poröse Steine werden vom Isofin völlig durchdrungen. Bei Kalksand-Grifflochsteinen dringt das Isofin auch vom Griffloch aus in den Stein ein, so dass keine von außen nach innen durchgehenden nicht hydrophoben Zonen zurückbleiben können.

Auch die im Bild 110 gezeigten nicht hydrophoben Zonen in der untersten Steinlage sind nicht problematisch, weil sie nicht von außen nach innen durchlaufen. Das Feuchtebild in einem Mauerwerk gemäß Bild 111 würde vom Keller aus etwa so aussehen, wie im Bild 111 dargestellt.

Wie Sie sehen, wird die Wand bis auf die sehr kleinen Stellen trocken. Möglicherweise sind Ihnen diese „Restfehler" immer noch lieber, als eine insgesamt nasse Wand. Das müssen Sie jedoch selbst entscheiden.

Die notwendige Höhe der Isofin-Flächensperre richtet sich danach, wie hoch das Erdreich außen an der Wand anliegt. Steht die Wand zum Beispiel nur 1,5 m im Erdreich, dann ist selbstverständlich auch nur eine etwa 1,6 m hohe Flächensperre (1,5 m + 0,1 m Sicherheitszuschlag) notwendig. Der aus dem Erdreich ragende Kellerwandbereich benötigt keine Flächensperre. Er wird im Normalfall außen ja auch nicht bituminiert.

Flächensperre bei abfallendem Gelände: Die Sperre muss dem Geländeverlauf folgen und darf nicht unterhalb des anliegenden Erdreichs enden
Bild 112 — Flächensperre bei abfallender Erdoberfläche (Hanglage): Die Sperre muss dem Verlauf des außen anliegenden Erdreichs angepasst werden.

Das Gleiche gilt für Flächensperren, wenn das Gelände außen schräg abfällt, weil das Haus am Hang liegt (Bild 112). Sie müssen hierbei nur aufpassen, dass die Flächensperre nicht unterhalb des außen anliegenden Erdreichs endet. Notfalls können Sie jedoch immer noch eine Lage Isofin nachträglich oben auf die vorhandene Flächensperre „aufsetzen".

In der Wand zum nicht unterkellerten Nachbarhaus

Nicht unterkellerte Nachbarhäuser oder teilunterkellerte Gebäude haben immer ein besonderes Problem. Die Wand zum nichtunterkellerten Bereich kann außen nicht nachträglich abgedichtet werden.

Hier gilt grundsätzlich das vorher zur Flächensperre Gesagte. Als zusätzliche Besonderheit ist zu beachten, dass das Fundament eines nichtunterkellerten Nachbarhauses oder Hausbereiches bis zu 1 m in die Erde hinein ragt, damit es unterhalb des möglichen Bodenfrostes liegt. Zur Klarstellung ist die Situation bei einem nichtunterkellerten Nachbarhaus noch einmal im Bild 113 dargestellt.

Die Flächensperre muss mindestens bis zur eingezeichneten Höhe injiziert werden. Stellt man dann fest, dass die Höhe nicht ausreicht, kann man nachträglich noch ein oder zwei Injektionslagen aufsetzen.

Die Situation im eigenen Haus mit einem nichtunterkellerten Bereich unterscheidet sich möglicherweise nicht von der vorher geschilderten Situation (Bild 114). Man muss jedoch am Bau immer mit allen Möglichkeiten rechnen. Der Erfindungsreichtum von Bauleuten ist groß und wenn es darum geht, zu pfuschen, dann steigt dieser Erfindungsreichtum ins Unermessliche. Die im Erdreich liegenden Wände des nichtunterkellerten Gebäudebereichs können zum Beispiel mit den Kellerwänden verzahnt sein und hierdurch in den Wand-Außenecken Kapillarfeuchte in die Kellerwände einleiten. Möglicherweise gibt es auch eine derart verzahnte Mittelwand, die sich dann durch Verzahnungsfeuchte im oberen Bereich der Kellermittelwand bemerkbar macht (s. unter Verzahnungsfeuchte...). Da jedoch Isofin-Sperren auch durch 1, 2, 3 oder mehr Injektionen beliebig erweiterbar sind, gibt es grundsätzlich kein Kapillarwasserproblem, dem durch Isofin-Injektionen nicht beizukommen ist.

Bild 113: Situation beim nichtunterkellerten Nachbarhaus; Bild 114: Situation im eigenen Haus mit nichtunterkellertem Bereich
Bild 113 — Nichtunterkellertes Nachbarhaus: Fundament ragt bis zu 1 m in die Erde; Flächensperre muss mindestens bis zur Fundament-Oberkante des Nachbarhauses reichen. Bild 114 — Eigenes Haus mit nichtunterkellertem Bereich.

Die in diesem Bereich auftretenden Fehler können sehr vielseitig sein. Man könnte hierüber ein eigenes Buch schreiben.

Wenn Sie selbst den vorliegenden Fehler nicht feststellen können oder sich nicht sicher sind, dann fragen Sie Ihren Isofin-Verkäufer, der Ihnen stets weiterhelfen kann. Notfalls hilft er Ihnen dadurch, dass er einen Spezialisten des Herstellers hinzuzieht. Also auch bei komplizierten Fällen nicht verzagen, sondern fragen!

Im Höhenversatz des Kellerbodens

Wie schon im Bild 12 auf der Seite 21 dargestellt und dort erklärt, gibt es auch das Problem höhenversetzter Kellerböden im eigenen Keller. Vor 20–30 Jahren neigten die Architekten zu derartigen Spielereien. Leider vergaßen sie in vielen Fällen, dass sich hieraus durchaus massive Feuchtigkeitsprobleme ergeben können und sicherten diese Bereiche nicht durch entsprechende Abdichtungen. Es ist aber auch gut möglich, dass der Architekt eine entsprechende Abdichtung vorgesehen, der Maurer deren Sinn nicht verstanden und sie daher kurzerhand „eingespart" hat.

In solchen Problembereichen hilft wieder eine Isofin-Flächensperre. Je nach der Höhe des Versatzes, müssen Sie eine zwei-, drei- oder vierlagige Flächensperre (Bild 115) erstellen. Eine zweilagige Isofinsperre ist für eine Höhe von 50 cm ausreichend. Bedenken Sie aber, dass Sie im unteren Bereich einen Teil der Wand nicht sehen, weil er durch den Fußbodenaufbau verdeckt wird.

Flächensperre bei höhenversetzten Kellerböden: Injektionsbohrungen und Isofin-Zonen zwischen oberem und unterem Kellerboden
Bild 115 — Flächensperre bei höhenversetztem Kellerboden: Injektionsbohrungen und Isofin-Zonen zwischen oberem und unterem Kellerboden, darunter das Betonfundament mit Horizontalsperre (Bitumenpappe).

Falls eine Bitumenpappe oder sonst was als Horizontalsperre in der Wand liegen sollte, müssen Sie keine Bedenken haben, diese zu durchbohren. Nach der Injektion der Isofin-Flächensperre ist die alte Horizontalsperre ohnehin funktions- und nutzlos.

Bei Feuchtigkeit durch Treppenanbau

Ein nicht von außen behebbares Feuchtigkeitsproblem kann durch eine Außentreppe entstehen, wenn diese ein getrenntes Auflager hat. Früher wurden die Stufen von Keller-Außentreppen fast ausschließlich auf einer Zahnung der Kelleraußenwand aufgelegt und hatten damit Kapillar-Kontakt mit der Gebäude-Außenwand. Das führte zu den auf der Seite 50 (Bild 47) beschriebenen Problemen. Um diese Probleme zu umgehen werden heute meistens getrennte Auflager gebaut, auf denen die Treppenstufen liegen. Bild 116 zeigt eine solche Konstruktion mit dem Fehler, der leider meistens sofort eingebaut wird. Es wird nämlich meistens vergessen, dass der Keller auch zwischen der Kelleraussenwand und dem separaten Treppenbauwerk eine vertikale Außenabdichtung benötigt.

Treppenanbau mit getrenntem Auflager: fehlende Außenabdichtung zwischen Kellerwand und Treppen-Auflager
Bild 116 — Treppenanbau mit getrenntem Auflager: fehlende Außenabdichtung zwischen Kellerwand und Treppen-Auflager am Kellerhals ist ein häufig eingebauter Fehler.

Das Bohrschema für die Injektion der Flächensperre ist im Bild 117, mit angedeuteter, hinter der Wand liegender Treppe, abgebildet. Bei dieser Flächensperre sind keine Besonderheiten zu beachten. Sie wird wie eine normale Außenwand-Flächensperre ausgeführt und dem Verlauf der Treppe angepasst. Man muss also nicht die gesamte Wand flächig sperren, sondern nur den Wandbereich der anliegenden Treppe.

Falls keine bauseitige Horizontalsperre vorhanden ist, muss die untere Isofin-Lage über die gesamte Wandlänge (als Horizontalsperre) erstellt werden.

Bohrschema für die Flächensperre bei Treppenanbau: schachbrettartig versetzte Bohrpunkte im Bereich der anliegenden Treppe
Bild 117 — Bohrschema für die Flächensperre bei Treppenanbau: Die Injektionsbohrungen werden nur im Wandbereich der anliegenden Treppe gesetzt.

In Gewölbekellern

Gewölbemauerwerk, gleichgültig mit welchen Steinen gemauert, stellt an sich keine anderen Anforderungen an den Abdichter, als vergleichbares Mauerwerk in anderer Bauweise. Daher sind Isofin-Horizontalsperren völlig unproblematisch.

Bei Isofin-Flächensperren muss man allerdings, im Bereich des Gewölbes, die geometrische Besonderheit der Bauweise berücksichtigen, damit alle wichtigen Bereiche gesperrt werden. Wenn der Gewölbekeller — wie im Bild 118 dargestellt — weit genug aus dem Erdreich ragt, ist die vom Keller aus erstellte Isofin-Flächensperre ausreichend, um das gesamte Mauerwerk trocken zu legen.

Bild 118: Gewölbekeller weit genug aus dem Erdreich — Flächensperre reicht aus; Bild 119: Gewölbe liegt größtenteils im Erdreich — Flächensperre allein nicht ausreichend
Bild 118 — Gewölbekeller ragt weit genug aus dem Erdreich: Isofin-Flächensperre vom Keller aus reicht, Mauerwerk wird trocken. Aschefüllung trocknet zumindest weitgehend aus. — Bild 119 — Gewölbe liegt größtenteils im Erdreich: Flächensperre im unteren Wandbereich reicht nicht; im oberen Gewölbebereich ist maschinelle Injektion oder andere Maßnahme notwendig.

In vielen Fällen ist der Raum zwischen dem Gewölbemauerwerk und dem Außenmauerwerk mit Asche gefüllt. Auch diese Aschefüllung trocknet dann — zumindest weitgehend — aus. Die Asche stellt nämlich ein besonderes Problem dar. Je nachdem, ob die Asche aus einer Steinkohle- oder Holzfeuerung stammt, verhält sie sich gegenüber Feuchtigkeit sehr unterschiedlich. Während die Steinkohleasche praktisch völlig austrocknet, enthält Holzasche erhebliche Mengen an Kaliumcarbonat (im Volksmund Pottasche genannt), welches stark hygroskopisch ist, und daher bereits aus der Umgebungsluft Wasser anzieht. Holzasche oder ein Holzasche enthaltendes Aschegemisch trocknet daher nie völlig aus.

Falls ein Gebäude mit Gewölbekeller totalsaniert wird, also der Fußboden im Erdgeschoss aufgenommen oder erneuert wird, ist man gut beraten, die Asche aus dem Hohlraum zu entfernen.

Wird die Asche nicht entfernt, müssen Sie Geduld haben, denn sie hat sich meistens, aufgrund der Jahrzehnte währenden aufsteigenden Feuchtigkeit, mit Wasser vollgesaugt. Die Austrocknung der Wände im Bereich der Aschefüllung kann daher bis zu 2 Jahre dauern, weil die Asche ständig Wasser nachliefert, bis sie selbst ausreichend ausgetrocknet ist. Komplizierter ist der im Bild 119 gezeigte Fall, bei dem auch der größte Teil des Gewölbebereiches im Erdreich liegt.

Die Flächensperre im unteren, senkrechten Wandbereich, ist problemlos erstellbar. Das Bild zeigt aber auch die Probleme, die sich im Bereich des Gewölbes ergeben. Sie können im oberen Gewölbebereich nicht mit Isofin-Flaschen arbeiten. Hier müssten Sie die Isofin-Sperre durch einen unserer Fachbetriebe maschinell injizieren lassen. Aber auch unsere Fachbetriebe können nicht von innen durch die Aschefüllung in die Außenwand bohren, da die Bohrung sich sofort wieder mit Asche füllen würde.

Gewölbekeller mit vertikaler Außenabdichtung und Isofin-Horizontalsperre im Bodenniveau — Mauerwerk vollständig trocken
Bild 120 — Lösung 1: Außenwand freigeschachtet + vertikale Außenabdichtung + Isofin-Horizontalsperre im Bodenniveau — gesamte Wand trocken.

Eine von außen erstellte Isofin-Horizontalsperre verhindert zwar die aufsteigende Feuchtigkeit in den Außenwänden des Erdgeschosses, zwischen der Horizontalsperre und der Flächensperre verbleibt aber ein nicht abgedichteter Außenwandbereich, der Wasser aufnehmen und an die Aschefüllung weitergeben kann. Die Asche wird ihrerseits das Wasser an das obere Gewölbemauerwerk weiterleiten, was dann nass bliebe.

Hier gibt es nur zwei Möglichkeiten, um eine fehlerfreie Abdichtung zu erstellen. Erstens: Sie schachten die Wand außen frei und erstellen eine vertikale Außenabdichtung. Dann reicht eine Isofin-Horizontalsperre im Bodenniveau (Bild 120), um die gesamte Wand trocken zu bekommen.

Lösung 2: Asche entfernen und Isofin-Flächensperre vom freigelegten Hohlraum aus im oberen Gewölbebereich erstellen
Bild 121 — Lösung 2: Asche entfernen, dann Isofin-Flächensperre auch im oberen Gewölbebereich vom Hohlraum aus erstellen — Mauerwerk vollständig trocken.
Bild 122: Kombinationsvariante mit Isofin-Flächensperre unten und vertikaler Außenabdichtung oben; Bild 123: Variante ohne Aschefüllung — Flächensperren unten und Horizontalsperre oben
Bild 122 — Kombinationsvariante: Isofin-Flächensperre im unteren Wandbereich + vertikale Außenabdichtung im oberen Bereich (spart tiefes Schachten). — Bild 123 — Variante (nur ohne Aschefüllung): Isofin-Flächensperre unten + Isofin-Horizontalsperre oben im Außenwandbereich; oberer Außenwandbereich bleibt nass, Innenwände und Gewölbe werden trocken.

Oder zweitens: Sie entfernen die Aschefüllung und erstellen dann den oberen Teil der Isofin-Flächensperre vom geschaffenen Hohlraum aus, wie es im Bild 121 dargestellt ist.

Aus den beiden Varianten gem. den Bildern 80 + 81 lässt sich eine weitere Variante entwickeln, die dann Sinn haben könnte, wenn die äußere Freilegung der Wand aufgrund der notwendigen Schachtungs-Tiefe zu schwierig oder zu teuer würde, aber eine Teilschachtung mit geringerer Tiefe möglich und sinnvoll ist. Diese Variante ist im Bild 122 gezeigt.

Hier ist der untere Wandbereich durch eine Isofin-Flächensperre abgedichtet, während der obere Bereich durch eine äußere Vertikalabdichtung geschützt ist. Diese Variante benötigt nur eine geringe Tiefe des zu schachtenden Grabens. Man erspart sich also tiefes Schachten und damit nicht nur die hohen Kosten für den tieferen und breiteren Graben, sondern vor allen Dingen den Sicherheitsverbau gegen nachrutschendes Erdreich, der bei Schachttiefen über 1,5 m aus Sicherheitsgründen zwingend notwendig ist.

Vorsicht! Ohne Sicherheitsverbau (Abstützung gegen nachrutschendes Erdreich) ist die Arbeit bei Schachttiefen über 1,5 m lebensgefährlich. Es sind bereits etliche Todesfälle durch nachrutschendes Erdreich entstanden.

Eine weitere Variante zeigt Bild 123. Die Abdichtung ist zwar nicht optimal, weil der obere Bereich der Außenwand nass bleibt, aber die Innenwände, einschließlich des Gewölbes werden trocken.

Diese Variante ist nur möglich, wenn der Zwickel zwischen der Außenwand und dem Gewölbe nicht mit Asche oder anderem Material (z. B. Lehm) verfüllt ist.

Ob eine Füllung vorhanden ist, können Sie durch eine Probebohrung feststellen. Durchbohren Sie die Wand im Bereich des Gewölbes und tasten Sie den dahinter liegenden Raum mit einem Holz- oder Metallstab ab. Eine Verfüllung fühlen Sie deutlich.

Die Abdichtung besteht dann, wie gezeigt, aus einer Isofin-Flächensperre im unteren Wandbereich und einer einlagigen Isofin-Horizontalsperre im oberen Außenwandbereich, der das Erdgeschoss gegen aufsteigende Feuchtigkeit schützt.

Der Bereich der Außenwand zwischen der Flächen- und Horizontalsperre bleibt bei dieser Abdichtungsvariante nass. Daher funktioniert diese Variante nur, wenn der Zwickel nicht verfüllt ist.

Wäre eine Aschefüllung oder eine Füllung aus anderem Material vorhanden, ergäbe sich das Problem, welches in den Bildern 120+122 gezeigt wird. Die durch die Außenwand aufgenommene Feuchtigkeit wird an das Füllmaterial übergeben, welches nun ebenfalls nass wird und von diesem an das Gewölbemauerwerk weitergeleitet.

Wenn man Gewölbemauerwerk abdichten will, dann muss man sehr genau überlegen, wo und wie man die Isofin-Sperren erstellt, damit man dem Wasser nicht irgendwo ein „Hintertürchen" offen lässt. Andererseits kann man selbstverständlich auch nachbessern, wenn es auf Anhieb nicht überall funktioniert.

Aus dem Fachbuch »Das Handbuch für trockene Wände« von Hans-Jürgen Krein — Erfinder des Isofin-Verfahrens, über 65 Jahre Erfahrung im Bautenschutz. 9. erweiterte Auflage. Zuletzt aktualisiert: Juni 2026.

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