Feuchtigkeit im Keller: Diagnose
Welche Feuchtigkeitsursache liegt in Ihrem Keller vor? Dieses Kapitel zeigt alle typischen Schadenbilder — von der defekten Horizontalsperre bis hin zur Betonwand — damit Sie den richtigen Fall erkennen.
Ohne oder mit defekter Horizontalsperre
Etwa ab der Mitte der Dreißiger Jahre wurde die Horizontalsperre, durch eine in die Wand eingemauerte Teerpappe, Stand der Technik. Diese Horizontalsperre liegt meistens in der ersten oder zweiten Mörtelfuge (von unten gerechnet). Sie verhindert, dass das Wasser, welches im Fundamentbereich in die Wand eindringt, in höhere Bereiche der Wand aufsteigen kann.
Ältere Gebäude besitzen derartige Horizontalsperren nur äußerst selten. Die älteste von mir vorgefundene Sperre befand sich in einem Haus aus dem Jahre 1928.
Alte Horizontalsperren, die noch mittels Teerpappe erstellt wurden, sind heute meistens schon porös und damit nicht mehr funktionstüchtig, weil der Teerölanteil aus der Pappe in den Mörtel ausgewandert ist oder verdunstet sind. Die Sperrwirkung ist dann nicht mehr ausreichend.
Mit funktionstüchtiger Horizontalsperre
Enthält die Gebäudewand eine funktionsfähige Horizontalsperre, dann steigt das Wasser nur bis zu dieser Sperre. Der darüber liegende Wandbereich ist trocken. In der Vergangenheit, als Kellerräume zur Lagerung von Kohlen, Kartoffeln, Obst und anderen Gütern genutzt wurden, die entweder Feuchtigkeit benötigten, oder zumindest nicht feuchtigkeitsempfindlich waren, war der untere feuchte Streifen der Wand nicht unbedingt störend.
Die heutige, meist höherwertige, Nutzung des Kellergeschosses, macht es nötig, auch das Mauerwerk unterhalb der Bitumen-Pappensperre trocken zu halten. Das gilt vor allen Dingen auch dann, wenn die Wand verputzt oder gefliest werden soll.
Im Putz könnte das Wasser die Horizontalsperre überwandern. Fliesen verlieren nach einigen Jahren die Wandhaftung und werden von der Wand abgedrückt.
Mit Höhenversatz im Boden-Niveau
Bild 36 zeigt im unteren Wandbereich, in dem sich der Höhenversatz des Fußbodenniveaus befindet, zunächst gleiche Feuchtigkeitswerte, danach das Bild aufsteigender Feuchtigkeit. Im gezeigten Fall ist, im Bereich des Höhenversatzes, sogar eine Bitumenpappen-Horizontalsperre vorhanden. Diese liegt jedoch innerhalb des Höhenversatzes, so dass das feuchte Erdreich außen auch oberhalb der Bitumenpappe an der Wand anliegt.
Bild 37 zeigt die gleiche Situation als senkrechten Schnitt durch die Wand. Hier ist der Grund für ein derartiges Feuchte-Problem gut zu erkennen. Leider sind diese Fehler sehr häufig. Die Maurer, die derartige Arbeiten ausführen, denken nur sehr selten darüber nach, welche Auswirkungen eine nicht vorhandene, oder fehlerhafte Außenabdichtung in diesem Bereich haben kann. Allerdings muss man dem Architekten mindestens das gleiche Maß an Mitschuld geben, der diese verzwickte Situation konstruiert hat und dann zu faul war, dem Maurer bei der Ausführung dieser Konstruktionsstelle entsprechend scharf auf die Finger zu schauen. Die gezeigte Situation kann innerhalb des eigenen Kellergeschosses und bei Reihenbauweise auch an der Wand zum Nachbarhaus auftreten, wenn, wie es bei älteren Häusern üblich ist, eine gemeinsame Mittelwand existiert. Die Problemsituation, die bei Reihenbauweise mit getrennten Mittelwänden auftreten kann, wird im folgenden Kapitel gezeigt.
Mit getrennter Mittelwand zum Nachbarhaus
Reihenhäuser mit getrennten Mittelwänden haben eine spezielle Problemzone im Bereich der Mittelwand zum Nachbarn. Konstruktionsbedingt kann nur das 1. Haus allseitig mit einer vertikalen Außenabdichtung versehen werden. Das 2. Haus kann außen nur noch an drei Seiten abgedichtet werden, weil der geringe Abstand der beiden Mittelwände es nicht zulässt, auf die später gebaute Wand eine Abdichtung aufzubringen. Das Bild 38 zeigt diese Situation. Bei der seit Jahren eingerissenen Schlamperei, Kellermauerwerk nicht vollfugig zu vermörteln, kann man nur beten, dass in den Spalt zwischen den Mittelwänden nie Stauwasser einfließt, weil dann sofort ein Druckwasserschaden entsteht, den Sie nicht selbst abdichten können.
Kapillarfeuchtigkeit ist im Normalfall nicht zu befürchten, weil in dem Luftspalt zwischen den Mittelwänden kein Erdreich vorhanden ist.
Falls jedoch die Wand in diesem Bereich lediglich feucht wird und kein Wasser aus der Wand heraus fließt, könnte es sein, dass hier doch einmal bei der Arbeit nachgedacht wurde und das Mauerwerk gegen alle Erwartungen vollfugig vermörtelt wurde. Es liegt dann zwar ebenfalls ein Druckwasser-Schaden vor, dieser ist jedoch möglicherweise mit Isofin selbst reparierbar. Sie sollten allerdings zunächst untersuchen, ob das Mauerwerk wirklich vollfugig vermörtelt wurde. Bohren Sie einige Löcher so in die Wand, dass Sie kontrollieren können ob Sie im Fugenbereich auf Hohlräume treffen. Falls Hohlräume vorhanden sind, dann können Sie sich keinen besseren Gefallen tun, als einen Spezialisten für Druckwasserschäden zu holen.
Trauen Sie keinesfalls den gut gemeinten Ratschlägen des Nachbarn oder von „Schwager Jupp", auch wenn dieser möglicherweise Polier ist. Bei Druckwasserproblemen kann man durch ungeeignete Abdichtungs-Versuche zum Teil sehr teuere Folgeschäden erzeugen, die Sie sich ersparen sollten. Fragen Sie uns, wir helfen Ihnen in dieser heiklen Angelegenheit weiter. Finden Sie Fugen vor, die mit Mörtel verfüllt sind, dann können Sie, wie später in diesem Buch beschrieben (s. Seite 50 + folgende), den Schaden mit Isofin selbst beheben.
Ohne vertikale Außenabdichtung
Es sind in der Regel die alten, vor 1930 gebauten Häuser, die keine vertikale Außenabdichtung besitzen. Das nachfolgend Beschriebene gilt aber auch für jüngere Häuser, wenn deren Außenabdichtung defekt ist.
In der Regel sollte man solche Häuser rundum freischachten und eine Außenabdichtung erstellen, bzw. die defekte Abdichtung erneuern.
Allerdings gibt es an vielen Häusern ein oder zwei Stellen, die man nicht freischachten kann. Das gilt für Bereiche unterhalb einer angebauten Garage, unter einer Terrasse, einer Hauseingangs-Treppe, falls man für den Gehsteigbereich keine Schachtgenehmigung bekommt, oder ähnliche Fälle. Hier ist es möglich, mittels Isofin, von innen eine sogenannte Flächensperre zu erstellen (Seite 64 und folgende). Eine Flächensperre erstellen heißt nicht, dass Sie gleich eine ganze Wand bearbeiten müssen. Eine Flächensperre kann im kleinsten Fall etwas größer als eine Handfläche sein, wenn z. B. mitten in der Wand ein kleiner feuchter Wasserfleck zu bearbeiten ist.
Im Kellerfußboden
Manchmal treten feuchte Stellen im Keller-Fußboden und mitten im Raum auf. Besteht der Kellerfußboden nur aus einer Ziegellage oder einer dünnen Estrichschicht, dann kann man daran nichts ändern. Hier hilft nur die Erstellung einer Beton-Fußbodenplatte.
Falls Sie jedoch einen Kellerboden haben, der aus einer Betonplatte und einer darauf liegenden Estrichschicht besteht, dann kann durch Abdichtungsmaßnahmen Abhilfe geschaffen werden.
Allerdings ist ein derartiger Schaden nicht selbst zu beheben, da es sich stets um ein Druckwasserproblem handelt. Trotzdem sollen die Schadenmöglichkeiten nachfolgend erläutert werden, damit Sie beurteilen können, ob die von Ihnen hinzugezogene Fachfirma wirklich etwas von derartigen Problemen versteht.
Das Problem kann nur 4 verschiedene Ursachen haben. Zu jeder Ursache gibt es natürlich mehrere Varianten, die in der Praxis aber unerheblich sind, da sie keine andere Bearbeitung verlangen.
Die erste und häufigste Ursache, in neuen Gebäuden ab ca. 1970, ist im Bild 40 dargestellt. Hier wurde die Bitumenpappe, ohne Mörtelschicht, direkt auf die Betonplatte des Fußbodens gelegt und darauf die Außenmauer errichtet. Der Estrich wurde als sogenannter schwimmender Estrich erstellt. Das heißt, zwischen der Betonplatte und dem Estrich liegt eine Trennbahn aus z. B. Kunststoff-Folie, Ölpapier, oder dergleichen.
Ist die Außenabdichtung im Fußpunkt undicht und steht dort Druckwasser an, dann kann das Wasser unter der (besandeten) Bitumenpappe ins Kellerinnere und unter die Kunststoff-Folie fließen. Das Wasser breitet sich möglicherweise, unter dem Estrich, in Ihrem gesamten Keller aus und wird nur dort als nasser Fleck im Estrich sichtbar, wo die Folie undicht ist und das Wasser Kontakt zum Estrich hat.
Die zweite und zweithäufigste Schadenursache tritt in Gebäudekellern mit Baujahren vor 1970 auf. Allerdings sind meine Jahresangaben nicht absolut sondern fließend. Die nachfolgend beschriebene Boden-/Wand-Konstruktion und daraus resultierende Feuchteschäden kann man durchaus — wenn auch selten — in Gebäuden späterer Baujahre antreffen. Ich hatte sogar einen solchen Fall mit dem Baujahr 1990.
Bei diesen älteren Konstruktionen besteht der Kellerboden nicht aus einer fundamentüberdeckenden Betonplatte, sondern aus Einzelbodenplatten. Das heißt, in jeden Keller wurde nach Fertigstellung des Kellers eine separate Betonplatte gegossen (Bild 39). Das Bild zeigt die sich hieraus ergebende Wasser-Eintrittmöglichkeiten an den Außen- und Innen-Wänden.
Diese Druckwasserschäden lassen sich nur von Innen abdichten. Wie das Bild zeigt, benötigen Innenwände mit eigenem Fundament, also tragende Innenwände, eine beidseitige Abdichtung des Wasser-Durchflusses. Nichttragende, dünne Trennwände stehen in der Regel auf der Beton-Bodenplatte, haben kein eigenes Fundament und damit auch keinen Kontakt zum nassen Erdreich. Diese benötigen daher keine Abdichtung!
Für den Abdichter ist es wichtig, dass er erkennt, ob die Konstruktion gemäß Bild 40 oder 41 vorliegt. Geschulte Druckwasser-Spezialisten kennen die Diagnosemöglichkeiten.
Wie bereits gesagt, müssen Sie das Druckwasser-Problem von einem erfahrenen Druckwasser-Spezialisten bearbeiten lassen. Die aufsteigende Feuchtigkeit in den Wänden können Sie jedoch mit Isofin selbst beheben. Falls Sie aufsteigende Feuchtigkeit mit Isofin bearbeitet haben und nachträglich — auch nach Jahren — ein Druckwasser-Schaden auftritt, muss der Abdichter Materialien verwenden, die an hydrophobiertem Baustoff haften.
Die Wassereintritt-Stelle kann bei solchen Schäden durchaus in einem anderen Kellerraum liegen, in dem der Schaden nicht einmal sichtbar ist.
Wichtig: Gemäß der Regel, einen Wasserschaden nie am Wasseraustritt zu kurieren, sondern immer die Wassereintritt-Stelle zu reparieren, muss hier der Wasserdurchfluss im Wandbereich verschlossen werden!
Unsere Druckwasser-Experten haben hierzu mehrere geeignete Möglichkeiten, die an die jeweilige Variante des Schadens angepasst werden.
Die dritte und dritthäufigste Schadenursache sind undichte Bodendurchführungen Bild 42. Meistens sind es schlampig eingebaute Abflussrohre. Es können natürlich im Einzelfall auch andere Leitungen sein. Ich habe schon — nach langem Suchen der Ursache — ein Toilettenabflussrohr gefunden, welches in dem viel zu großen Loch der Bodenplatte mit einem Zementsack „abgedichtet" war, das um das Rohr gestopft wurde.
Am Bau ist man eben nicht einmal vor der dümmsten Überraschung sicher.
Auch hierfür sollten Sie einen Druckwasser-Experten holen. Erstens um den Schaden überhaupt zu lokalisieren und zweitens, um den Schaden sicher zu beheben. Versuchen Sie es nicht selbst mit Mörtel oder Beton, weil diese Mittel nicht druckwasserdicht am alten, ausgehärteten Beton haften.
Der vierte, sehr seltene Fall, ist ein Riss in der Beton-Bodenplatte (Bild 43). Die Druckwasser-Experten verpressen einen solchen Riss mit Zweikomponenten-Kunstharzen, meistens Epoxidharzen, die auch an nassem Beton einwandfrei haften.
Falls der von Ihnen gerufene „Experte" einen solchen Riss mit „Spezialmörtel" oder durch Polyurethanschaum, sogenannter PU-Schaum-Verpressung abdichten will, schicken Sie ihn weg, denn er ist kein Experte! PU-Schaum erhärtet bei Kontakt mit Wasser, an der Oberfläche, sofort, kann daher in die Risse nicht genügend tief eindringen und bekommt keine Haftung an den nassen Rissflanken. Eine PU-Schaum-Injektion ist allenfalls ein geeignetes Mittel, um bei sehr starkem Wasserfluss durch den Riss (Druckwasser), diesen soweit zu stoppen, dass eine z. B. Epoxidharz-Verpressung möglich wird, ohne, dass das Harz aus dem Riss ausgespült wird. Zu diesem Zweck wird das PU-Harz jedoch, im Rissbereich, unter die Bodenplatte gepresst. Nie derartige Mittel in den Riss pressen lassen! Der Verschluss des Risses wäre nicht dauerhaft und nach kurzer Zeit notwendige Epoxidharz-Injektionen bringen keinen Erfolg, weil das Harz, durch Schaumreste gestört, nicht überall Haftung an den Betonflanken des Risses findet.
Lichtschacht-Feuchtigkeit
Wenn das Kellergeschoss vollständig unterhalb des Erdreichs liegt, benötigt man außen, vor dem Fenster Lichtschächte. Diese Lichtschächte sind, bei Häusern aus dem Vor-Plastikzeitalter, gemauert.
In manchen dieser Keller beobachtet man einen feuchten Wandbereich rund um das Kellerfenster. Der Grund hierfür liegt in der Verzahnung des Lichtschacht-Mauerwerks mit dem Mauerwerk der Gebäude-Außenwand (Bild 44) und einer mangelhaften Abdichtung des Lichtschachtes gegen Wasser. Nimmt das Lichtschacht-Mauerwerk Wasser auf, dann gelangt dieses Wasser, über die Verzahnung, auch in die Gebäudewand.
In seltenen Fällen treten, auch an angedübelten Kunststoff-Lichtschächten, punktuell nasse Flecken auf, wenn die Dübelstelle undicht ist.
Beide Fehler sind mit Isofin einfach und preiswert zu beheben (s. Seite 60). Sie müssen daher nicht unbedingt den alten Lichtschacht ausgraben und durch einen neuen Kunststoff-Lichtschacht ersetzen.
Verzahnungsfeuchte durch den Kellerhals
Eine weitere Variante der Verzahnungsfeuchtigkeit tritt auf, wenn der sogenannte Kellerhals, also die Seitenwand der Keller-Außentreppe, mit der Gebäude-Außenwand verzahnt ist (Bild 47).
Hier passiert praktisch das Gleiche wie bei gemauerten, verzahnten, Lichtschächten. Das in das Mauerwerk des Kellerhals eindringende Wasser gelangt über die Verzahnung in die Gebäude-Außenwand.
Wie dieser Feuchteschaden im Keller aussieht, ist im Bild 47 dargestellt. Liegt der Kellerhals im Bereich einer Kellerecke, dann zieht möglicherweise auch noch soviel Wasser in die Seiten- oder Innenwand, dass auch hier ein Wasserschaden erkennbar ist. Das Feuchtebild in der Seiten- oder Innenwand ist typisch schräg abfallend, wie dargestellt. Es zeigt stets an, dass es sich um eine Feuchtigkeits-Übernahme aus der Nachbarwand handelt. Die Beseitigung dieses Kapillarwasser-Schadens mit Isofin wird auf der Seite 55 beschrieben.
Verzahnungsfeuchte durch die Kellertreppe
Im Bild 47 ist gleichzeitig das Feuchtebild dargestellt, das durch Kellertreppen erzeugt werden kann.
Dieser Schaden entsteht immer dann, wenn die Stufen der äußeren Kellertreppe einseitig in der Gebäude-Außenwand aufgelegt sind, oder die gemauerte Treppenauflage nicht durch eine bituminöse Vertikalabdichtung von der Gebäudewand getrennt ist.
Das im Bereich der Fugen, zwischen Treppenstufen und Mauerwerk, eindringende Wasser, dringt über die Poren des Mauerwerks nach innen. Auch hier handelt es sich um eine kapillare Wasser-Aufnahme der Gebäudewand, also einen Kapillarwasserschaden, ein selbstverständlich mittels Isofin abstellbares Problem.
Verzahnungsfeuchte durch ein Nebengebäude
Schon die vorhergehenden Fälle von Verzahnungs-Feuchtigkeit zeigen, dass das eigentliche Feuchtigkeits-Problem durchaus außerhalb der Hauswand liegen kann.
In den meisten Fällen ist es wirtschaftlich nicht sinnvoll, manchmal gar nicht möglich, das eigentliche Problem abzustellen. Hier muss man dann lediglich die Wasser-Übernahme in die Hauswand verhindern.
Ähnliches kann allerdings auch innerhalb eines Gebäudes entstehen und ist dann ebenfalls nur durch das Sperren der Wasser-Übernahme abzustellen. Nehmen wir an, Sie wären Eigentümer einer Doppelhaushälfte und das Haus hätte eine gemeinsame Mittelwand. Sie haben bereits eine vertikale Außenabdichtung und eine Isofin-Horizontalsperre, im Bodenniveau, erstellt. Der Keller sollte nun rundherum trocken sein, da Sie auch in der gemeinsamen Mittelwand eine Isofin-Horizontalsperre erstellt haben.
Hat Ihr Nachbar seine Haushälfte nicht abgedichtet, dann haben Sie, in den Eckbereichen zum Nachbarteil, immer noch Feuchtigkeits-Probleme. In diesen Bereichen und möglicherweise auch im Bereich einer tragenden Mittelwand, werden Ihre Sperren durch das Wasser aus den Nachbarwänden überwandert. Das Bild 48 zeigt die Feuchtigkeits-Erscheinungen im Keller. Bild 49 zeigt das gleiche Problem anhand eines Gebäudeschnittes. Hier muss die Wasserüberwanderung durch sogenannte Stehsperren verhindert werden. Das oben dargestellte Problem kann nicht nur im Bereich der Außenwände, sondern auch im Bereich tragender Innenwände auftreten, wenn diese Kontakt zum feuchten Erdreich haben und somit aufsteigende Feuchtigkeit in ihnen möglich ist. Lesen Sie deshalb auch das nächste Kapitel.
In Keller-Innenwänden
Aufsteigende Feuchtigkeit in Wänden ist nicht auf Keller-Außenwände beschränkt. Auch in Innenwänden kann aufsteigende Feuchtigkeit auftreten, wenn sie Kontakt mit dem feuchten Erdreich haben.
Es gibt grundsätzlich zwei Bauarten von Beton-Kellerböden, Einzelböden, die nach der Erstellung des Mauerwerks in die Keller eingegossen wurden und die sogenannte Kellerboden-Platte, eine fundamentüberdeckende Betonplatte. Bei älteren Bauten, die vor 1960 gebaut wurden, findet man fast ausschließlich die Einzelböden, die im Bild 50 gezeigt sind. Ab 1960 wurde von dieser Bauart allmählich abgegangen und heute werden praktisch nur noch sogenannte fundamentüberdeckende Bodenplatten gegossen, deren Bauart im Bild 51 gezeigt wird.
Bei der Bauart „Einzelböden" hat jede tragende Wand Kontakt mit dem feuchten Erdreich und kann deshalb auch das Problem der aufsteigenden Feuchtigkeit haben. Innenwände, die auf einer Beton-Bodenplatte stehen, sind durch diese gegenüber dem feuchten Erdreich ausreichend gesperrt.
Tragende Keller-Innenwände, die nicht auf einer Bodenplatte stehen, benötigen daher ebenfalls eine Horizontalsperre, wenn aufsteigende Feuchtigkeit verhindert werden soll. Das gilt selbstverständlich auch für nicht unterkellerte Gebäude.
Innenwände die auf einer Bodenplatte stehen haben, wie gesagt, keinen Kontakt zum feuchten Erdreich. Treten in einem Keller mit fundamentüberspannender Bodenplatte Feuchteerscheinungen in Innenwänden auf, dann sollten Sie einen unserer geschulten Fachbetriebe hinzuziehen. In derartigen Fällen ist von einem „versteckten" Druckwasserschaden im Bereich einer Außenwand auszugehen, den Sie nicht selbst reparieren können.
In Betonwänden
Beton ist die unspezifische Bezeichnung für Baustoffe, die aus einem Bindemittel und Zuschlagstoffen bestehen. Es gibt dementsprechend sehr unterschiedliche Betone, z. B. Bitumenbeton (Straßenbau), Gipsbeton, Kunststoffbeton, Zementbeton usw.
Umgangssprachlich wird unter Beton ein Gemisch verstanden, welches als Bindemittel Zement und als Zuschlagstoff Quarzkies oder gebrochene Natursteine (Natursteinsplitt) enthält.
In den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg wurde auch in erheblichem Umfang sogenannter Ziegelschutt-Beton verwendet, aus dem ganze Kellergeschosse gegossen wurden. Das hatte zwei Gründe. Ziegelschutt stand in Form zerstörter Häuser in großer Menge zur Verfügung und war praktisch kostenlos.
Ziegelschuttbeton besteht aus grob gemahlenem Ziegelschutt, Zement und Wasser und ist durch den porösen Zuschlagstoff sehr kapillaraktiv. Kapillar aufsteigende Feuchtigkeit oder eine kapillare Querdurchfeuchtung sind daher in derartigem Beton so normal wie in einer gemauerten Ziegelwand. Grundsätzlich muss man bei Zementbeton zwischen Fließ- und Stampfbeton unterscheiden. Aus Fließbeton werden Bauteile (Fundamente, Geschossdecken, Bodenplatten, Stützen, Wände etc.) gegossen. Er besitzt sehr kleine Poren und daher einen geringen kapillaren Wassertransport.
Stampfbeton wird als erdfeuchte Mischung in Formen (auch Schalung) gestampft besitzt ein deutlich größeres Porenvolumen und saugt daher Wasser.
Aus Normbeton (alte Norm B25–B35 neue Norm C20–C30) gegossene Bauteile zeigen deshalb nur selten aufsteigende Feuchtigkeit oder kapillare Querdurchfeuchtung. Derartige Schäden entstehen bei Normbeton eigentlich nur dann, wenn technische Regeln nicht eingehalten werden und der Beton hierdurch zu porös wird.
Ein solcher Fehler kann z. B. ein zu hoher Wasser-Zement-Wert beim Betonieren sein. Der Wasser-Zement-Wert bezeichnet das Verhältnis Zement zu Wasser im Beton und sollte 0,5 nicht überschreiten. Das heißt, dass dem Beton auf 1 Kilogramm Zement 0,5 Liter Wasser zugesetzt werden. Wenn also dem Beton mehr Wasser zugesetzt wird, befindet sich dieses Wasser während der Erstarrung im Beton und erhöht nach der Trocknung die Betonporosität. Auch Fehler bei der Verdichtung des Betons während der Betonierarbeit können dazu führen, dass sich in einigen Bereichen der Betonwand Stellen mit zu hohem Wasser-Zementwert bilden.
Betonwände sollten daher — gleichgültig aus welcher Betonqualität sie bestehen — unterhalb des Erdreichs außen eine bituminöse Abdichtung besitzen. Falls diese Außenabdichtung fehlt oder defekt ist und Kapillarfeuchte-Fehler auftreten, können diese durch eine Isofin-Hydrophobierung beseitigt werden. Was Sie dabei beachten müssen, lesen Sie auf den Seiten 76–79.
Die heute aus Beton erstellten Kellergeschosse (sogenannte weiße Wannen) werden aus WU-Beton (WU für wasserundurchlässig) gegossen, einem Normbeton, dem noch Dichtungsmittel beigemischt sind.
Keller werden vor allem dann aus Beton erstellt, wenn die Beschaffenheit des Erdreichs das Entstehen von Stauwasser befürchten lässt. Deswegen müssen diese Keller dann auch konsequent druckwasserdicht betoniert werden. In den letzten Jahren mehren sich allerdings auch hier die Wasserprobleme aus Gründen nachlässiger Arbeit.
Auch bei Betonkellern kann es daher zu Wasserproblemen kommen, wenn z. B. die Arbeitsfuge zwischen der Beton-Bodenplatte und der Betonwand nicht durch eine druckwasserhaltende Maßnahme abgedichtet ist (z. B. Fugenband, Bild 52).
Sobald außen Druckwasser ansteht, fließt dann das Wasser durch die Arbeitsfuge in den Keller. Dieser Fehler kann selbstverständlich auch nachträglich, durch eine Verpressung der Arbeitsfuge mit Spezial-Reaktionsharzen (z. B. unser PlastaPox UW), behoben werden. Eventuelle aufsteigende Feuchtigkeit im unteren Wandbereich wird durch die Reaktionsharz-Verpressung ebenfalls behoben.
Diese Arbeiten können Sie allerdings nicht selbst durchführen, weil Ihnen die hierfür notwendigen Maschinen fehlen. Unsere geschulten Isophob-Fachbetriebe helfen Ihnen in solchen Fällen gern. Diese Betriebe wurden in speziellen Druckwasser-Seminaren für die Reparatur von Druckwasser-Schäden geschult.
Fragen Sie uns in diesen besonderen Fällen. Wir nennen Ihnen einen unserer geschulten Handwerksbetriebe in Ihrer Nähe.
Besonderheit bei Anwendung im Beton
Wie bereits erwähnt, muss im Beton enger gebohrt werden als im Mauerwerk. Das heißt der Bohrlochabstand ändert sich, weil Beton feinere Poren hat und die Verteilung (Ausbreitung) von Isofin deshalb deutlich langsamer ist.
Die notwendige Isofin-Menge ist grundsätzlich von der Wanddicke abhängig. Bei Mauerwerk, gleichgültig aus welchen Materialien erstellt, ist immer die gleiche Isofin-Menge je Bohrloch notwendig. Der Bohrlochabstand beträgt horizontal und vertikal 25 cm. Das gilt auch für Stampfbeton und Ziegelbeton.
Die Isofin-Menge beträgt hier 500 ml je Bohrloch bei einer Wandstärke von 36–38 cm. Das sind ca. 13 ml je cm Wandstärke.
Bei Beton (gegossenem Normbeton, Stahlbeton), muss der horizontale Bohrlochabstand für Isofin-Horizontalsperren halbiert, also auf 12,5 cm verringert werden. Allerdings wird nicht mehr Isofin benötigt, sodass sich die Isofinmenge je Bohrloch halbiert (abhängig von der Wandstärke). Für eine 36–38 cm dicke Betonwand sind demnach pro Bohrloch 250 ml Isofin notwendig.
Bei Isofin-Flächensperren im Beton ändert sich die Isofin-Menge je Bohrloch noch nochmals. Hier ändert sich nicht nur der horizontale Bohrlochabstand, sondern auch der vertikale Bohrlochabstand verringert sich auf 12,5 cm.
Verglichen mit Mauerwerk, bei dem für eine Isofin-Flächensperre von 1 m² 4 × 4 = 16 Bohrlöcher nötig sind, werden im Beton 8 × 8 = 64 Bohrlöcher je 1 m² gebohrt, die 4-fache Bohrlochanzahl bedeutet je Bohrloch 1/4 der Isofin-Menge je Bohrloch als für Mauerwerk.
Die Bilder 53–55 zeigen den unterschiedlichen Sperrenaufbau.