Einführung & Geschichte
Warum feuchte Wände so lange als unvermeidlich galten — und wie die Idee zu Isofin entstand: ein persönlicher Rückblick von Autor Hans-Jürgen Krein.
Vorwort
Feuchte Wände in Kellern und dem Wohnbereich waren über Jahrtausende normal und mussten früher einfach akzeptiert werden.
Bis zum Anfang der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden Gebäude fast ausschließlich ohne Horizontalsperren gegen aufsteigende Feuchtigkeit erstellt.
Vertikale Außenabdichtungen waren bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls selten anzutreffen.
Trotz allen Fortschritts werden auch heute, beim Bau neuer Häuser, noch viele Fehler gemacht, die zu Feuchtigkeitsproblemen führen.
Es ist gleichgültig, ob ein altes, vielleicht mehr als 100-jähriges Haus saniert oder der Baupfusch an einem Neubau beseitigt werden soll. Wer selbst Hand anlegen will, muss zunächst verstehen, wie es zu den Problemen kommt, die er beseitigen will.
Dieses Handbuch wurde geschrieben, um Selbstanwendern von Isofin die bauphysikalischen und konstruktionsbedingten Zusammenhänge von Feuchtigkeits-Problemen, in Kellern und Wohnräumen, zu erklären, sowie Fehler bei der Erkennung der Schadenursache und der Bearbeitung von Feuchteschäden zu unterbinden.
Hans-Jürgen Krein
Hinweis: 9. erweiterte Auflage, August 2025, Copyright Hans-Jürgen Krein. Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung, gleich auf welche Weise, nur mit Genehmigung des Autors. Auszugsweise Nutzung von Texten und Grafiken im Rahmen von Fachvorträgen oder Fachveröffentlichungen, mit deutlicher Quellenangabe, erlaubt.
Vor 60 Jahren
Vor 60 Jahren hatte ich die Idee, ein Produkt zu entwickeln, welches die Regen- und sonstige Wasser-Aufnahme poröser Baustoffe verhindert, ohne deren Poren zu verstopfen. Das bereits in den Wänden vorhandene Wasser sollte auch nach der „Abdichtung" aus der Wand problemlos entweichen können.
Natürlich lachten die „alten Hasen" zunächst und fragten, ob ich eine denkende Versiegelung erfinden wolle, welche die Poren nur bei Regen verschließt und bei Sonnenschein wieder öffnet.
Zwei Jahre später, (anno 1967) war mein erstes offenporiges, wasserabstoßendes Imprägniermittel erstmalig im Einsatz.
Heute ist offenporiger, hydrophobierender Fassadenschutz für die Meisten etwas Normales und Selbstverständliches. Trotzdem lese ich auch heute noch von sehr lernresistenten und/oder selbsternannten „Fachleuten", dass Hydrophobiermittel bauschädlich sind, weil sie die Poren verstopfen.
Wie offen die Poren heute bei einem guten Hydrophobiermittel bleiben, wundert allerdings die meisten Baufachleute doch. Das erlebe ich immer wieder bei Vorlesungen, Schulungen oder auf Messen, wenn ich die umseitig abgebildete Wassersäule mit hydrophobiertem Gasbetonboden vorführe.
Kaum jemand kann sich vorstellen, dass man durch einen 6 cm dicken Gasbetonstein, der hydrophobiert wurde und in den deshalb kein Wasser eindringt, obwohl eine 15 cm hohe Wassersäule auf ihm steht, problemlos mit dem Mund hindurchblasen kann.
Die gewaltigen Vorteile für eine Fassadenimprägnierung oder eine Horizontalsperre, die auf diesem Effekt beruhen, begreift man erst später, allmählich, oftmals erst, wenn man sie in der Praxis angewendet hat:
- wenn ein nasses, schimmelbefallenes Haus wieder bewohnbar wurde
- wenn an einem denkmalgeschützten Haus durch diese unsichtbare Maßnahme eine Energieeinsparung von 25 oder 30 % erreicht wird
- wenn eine Kellerwand, die außen nicht freigeschachtet und bituminiert werden konnte, von innen so abgedichtet wurde, dass die Wand trocken ist und ihre natürliche Wärmedämmung zurück erhalten hat
- wenn eine Kellerwand, durch die Wasser floss, so dicht wird, dass man in dem abgedichteten Raum ein Textillager einrichten kann, obwohl außen ein Bach an der Wand entlang fließt.
Diese und viele andere Möglichkeiten hat man heute mit Hightech-Abdichtungsprodukten und Abdichtungsmethoden.
Vorsicht! Auch für Abdichtungsprodukte gilt: Wo Hightech draufsteht, ist nicht immer Hightech drin!
Hans-Jürgen Krein