Isofin: Wirkung & Anwendung
Kapitel 4 von 11 · Isofin

Isofin: Wirkung & Anwendung

Wie Isofin funktioniert, warum es sich selbsttätig in nassen Wänden verteilt und wie Sie es Schritt für Schritt anwenden — verständlich erklärt.

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Wirkung und Anwendung von Isofin

Isofin gehört zu den sogenannten hydrophobierenden (wasserabweisenden) Sperrsystemen. Es imprägniert das Mauerwerk wasserabweisend, ohne die Poren zu verstopfen. Die Wirkung von Isofin ist vergleichbar mit der Imprägnierung von Stoff oder Wildleder. Auch hierbei wird Wasser als Flüssigkeit abgewehrt, Wasserdampf und Luft werden durchgelassen. Auch bei Bauwerks-Wänden ist das äußerst

Isofin-Injektionseinheiten in der Wand — Anwendungsschema
Bild 18 — Schematische Darstellung der Isofin-Anwendung im Mauerwerk.

wichtig, um die natürliche Funktion der Wände wieder herzustellen. Nur wenn sich in den Poren der Wand nach der Abdichtungsmaßnahme und Austrocknung wieder Luft befindet, hat die Wand ihre natürliche Wärmedämmung zurück gewonnen und Sie bekommen keine Probleme durch Tauwasserbildung, auch Kondensfeuchtigkeit genannt.

Isofin zählt zu den Injektage-Mitteln. Es gibt Injektage-Mittel, die nur mit Druckinjektionsgeräten in die Wand gepresst werden können und Mittel für die sogenannte drucklose Injektage. Isofin gehört wegen seiner guten selbsttätigen Verteilung, auch in wassergesättigtem Mauerwerk, zu den Drucklos-Injektagemitteln.

Die oft anzutreffende Meinung, dass die Verteilung von Injektionsmitteln von der Löslichkeit der verwendeten Mittel in Wasser abhängt, ist falsch. Die selbsttätige Verteilung eines Injektionsmittels in den Poren der Wand ist ausschließlich davon abhängig, wie niedrig seine Oberflächenspannung und seine Viskosität sind.

Sind Viskosität (Zähflüssigkeit), sowie die Oberflächenspannung des Injektagemittels, gegenüber der Oberflächenspannung des vorhandenen Wassers, niedrig genug, dann dringt das Mittel in das Wasser ein und unterwandert, durch seine Kriechfähigkeit, das Wasser in der Grenzschicht zwischen der inneren Baustoffoberfläche (Porenwandung) und dem Wasser. Das Wasser wird durch diesen Kapillar-Druck in andere Poren verdrängt. Kapillardruck entsteht durch die Differenz der Oberflächenspannungen der Porenwand und der Flüssigkeit.

Dieser naturgesetzliche Vorgang in umgekehrter „Versuchsanordnung" und außerhalb von Kapillaren ist an sich auch jedem Laien bekannt. Er nutzt ihn zumindest täglich bei der Anwendung von Seife oder Geschirrspülmittel usw. Das auf einem Teller befindliche Öl ist leichter als Wasser (deshalb schwimmt es auf Wasser) und wasserunlöslich. Versucht man den Ölfilm mit Wasser vom Teller zu spülen, dann gelingt das zunächst nicht. Senkt man jedoch die Oberflächenspannung des Wassers durch Erhitzen oder die Zugabe eines Spülmittels, dann wird die Oberflächenspannung des Wassers niedriger als die Oberflächenspannung des Öls. Die Folge ist, dass das Wasser in den Ölfilm eindringt, ihn an der Grenzschicht der Telleroberfläche unterwandert und ablöst.

Bei den Injektagemitteln, deren Wirkung auf einer Hydrophobierung des Baustoffes beruht, wie z. B. Isofin, wird aus dem Flüssigkeits-Film der Wirkstofflösung (Injektagemittel), die sich zwischen die Baustoff-Porenoberfläche und das Wasser schiebt, ein hydrophober (wasserabstoßender) Polymerfilm auf der Baustoffoberfläche im Inneren der Poren abgeschieden. Hierdurch werden die Baustoffporen-Innenflächen wasserabstoßend und der kapillare Wassertransport wird unterbrochen.

Die Wasserunlöslichkeit des Injektagemittels ist hier sehr hilfreich, da eine Verdünnung des Mittels durch das in den Poren vorhandene Wasser unterbleibt. Die Verteilung und Wirkung eines derartigen Injektagemittels ist daher nicht von der Wasser-Sättigung des Mauerwerks abhängig. Man muss lediglich dafür sorgen, dass die notwendige Menge an den richtigen Stellen injiziert wird. Die Feinverteilung geschieht dann durch die Kräfte der Oberflächenspannungs-Differenzen, aufgrund der Naturgesetze, vollautomatisch und ohne, dass es jemand verhindern könnte.

Die hier zur Verteilung des Injektagemittels in der nassen Wand genutzten Kräfte fallen in den Bereich der Kapillarphysik und werden daher auch von den meisten Baufachleuten nicht verstanden, weil Kapillarphysik nicht zu ihrem Fach gehört. Deshalb herrscht bei Bauleuten oft die Meinung vor, nur wasserlösliche Injektagemittel könnten sich in einer wassergesättigten Wand gut verteilen.

Das Gegenteil ist der Fall. Wässrige Injektagemittel haben, verglichen mit dem in der Wand befindlichen Wasser, etwa die gleiche — meistens eine höhere — Oberflächenspannung. Die oben beschriebenen kapillarphysikalischen Kräfte entstehen hier also gar nicht und die Verteilung dieser Mittel in nassem Mauerwerk ist daher besonders schlecht. Man muss deshalb beim Einsatz solcher Mittel die Injektionslöcher sehr eng nebeneinander bohren — und beten — damit man eine einigermaßen ausreichende Verteilung bekommt. Von der guten Verteilung ist aber letztlich die sichere Wirkung der Sperre abhängig. Nur wenn das Mittel sich um das Bohrloch herum soweit in dem nassen Baustoff verteilt, dass es mit dem in das Nachbarloch injizierten Mittel zusammenfließt,

Schnittzeichnung: Isofin-Injektionseinheiten im Mauerwerk, Kellerboden und Fundament
Bild 19 — Anwendung der Isofin-Injektionseinheiten: Mauerwerk mit vertikaler Außenabdichtung, Isofin-Injektionseinheit, Kellerboden und mit Isofin getränktem Betonfundament.

wird eine durchgehend wirksame Sperrzone im Mauerwerk erreicht. Wasserlösliche Injektagemittel werden hingegen durch das Porenwasser verdünnt, mit dem aufsteigenden Wasser weggeschwemmt und auf größere als geplante Wandbereiche verteilt, so dass für eine sichere Wirkung im zu sperrenden Bereich oftmals die notwendige Wirkstoff-Konzentration fehlt. Sie können die Verteilungsprobleme, die einzelne Präparate haben, an der Anweisung des Herstellers für den Abstand der Bohrlöcher erkennen. Wird ein Bohrlochabstand von 15 Zentimeter oder weniger vorgeschrieben oder empfohlen, dann hat das Präparat entsprechende Verteilungsprobleme.

Bild 19 zeigt die Anwendung der Isofin-Injektionseinheiten.

Für die Isofin-Injektage benötigen Sie nur kleine, 10–12 mm durchmessende Bohrlöcher, in einem Abstand von 25 cm.

Die Anwendung selbst ist recht einfach und Sie haben, durch die enorme Kriechfähigkeit des Produktes, keine Verteilungsprobleme in der Wand. Isofin wird in sogenannten Injektionseinheiten geliefert, Flaschen mit speziellem Injektionsverschluss, befüllt mit Isofin, einer sehr dünnflüssigen Imprägnier­flüssigkeit (in der Fachsprache Hydrophobiermittel genannt). Sie bohren lediglich eine Reihe kleiner Löcher mit 10–12 mm Durchmesser, im seitlichen Abstand von 25 cm, mit einer Tiefe, die etwa zwei Drittel der Wandstärke entspricht.

Diese Bohrungen sollten eine Schräglage von 30° bis 45° nach unten haben und grundsätzlich eine oder mehrere Fugen durchbohren, bzw. in einer Mörtelfuge enden. Man fühlt beim Bohren die Mörtelfuge sehr deutlich, weil sie weicher ist als der Stein und der Bohrhammer die Fuge leichter durchdringt. Man hat bei bereits sehr weichem Fugenmörtel manchmal das Gefühl, man würde einen Hohlraum durchbohren.

Wichtig: Bohrungen im Stein beginnen, weil das Bohrloch dann nicht ausbricht. Den Stein jedoch immer durchbohren, damit das Isofin sich über die Fugen im Mauerwerk verteilen kann. Sie erreichen hierdurch auch eine bessere Verteilung in den Steinen, da sich die Steine nicht aus den kleinen Bohrungen voll saugen müssen, sondern großflächig, aus dem mit Isofin gesättigten Mörtel, das Isofin aufsaugen können.

Dann stecken Sie in jedes dieser Löcher eine Flasche Isofin mit aufgeschraubtem Injektionsverschluss. Die Wand entnimmt das Isofin selbsttätig. Innerhalb etwa einer Woche entsteht dann im Inneren der Wand die Kapillarwassersperre.

Auf diese Art können Sie einlagige Horizontalsperren, Stehsperren zur Sperrung gegen Kapillarwasser aus Anbauten (z. B. Stall- und Grundstücksmauern), Sperren in Balkonanschlüssen oder bei Verzahnungsfeuchte durch Fensterschächte und Treppen herstellen. In Wandbereichen, die Sie nicht freischachten können, ersetzen mehrlagige Isofinsperren die fehlende Außenabdichtung, ohne dass die Wände von außen bearbeitet werden müssen. Allerdings ist eine Isofin-Flächensperre eventuell geringfügig teurer als das Ausschachten und Bituminieren des Mauerwerks (in Eigenleistung). Sie müssen also selbst entscheiden, ob Sie nur eine einlagige Isofin-Horizontalsperre im Boden-Niveau injizieren und eine vertikale Bitumen-Außenabdichtung anbringen, oder eine Isofin-Flächensperre erstellen.

In Bereichen, die Sie nicht freischachten können, z. B. unter Terrassen, Garagen und dergleichen, oder wenn Sie Ihren gerade fertiggestellten Vorgarten nicht wieder aufreißen wollen, bietet Isofin jedenfalls eine bequeme und sichere Möglichkeit, die fehlende vertikale Außenabdichtung durch eine Isofin-Flächensperre zu ersetzen.

Isofin-Arbeiten können Sie bequem von innen erledigen.

Wichtig: Der Isofin-Verbrauch wird pro Bohrloch berechnet. Dünne Wände benötigen weniger Isofin als dicke Wände. Der Injektionsflaschen-Inhalt ist für sogenannte eineinhalb-steinige Wände (ca. 38 cm) berechnet. Damit man auch Wände mit 12 cm, 25 cm, 50 cm oder dicker sperren kann, ohne die Isofin-Menge abschätzen zu müssen, hat die Injektions-Flasche eine Skala für die Menge je cm Wanddicke.

Wandstärke Benötigte Isofin-Menge pro Bohrloch
ca. 12 cm1/3 Flasche
ca. 24 cm2/3 Flasche
ca. 36 cm1 Flasche
ca. 48 cm1 + 1/3 Flasche
ca. 60 cm1 + 2/3 Flasche
ca. 72 cm2 Flaschen, usw.

Aus dem Fachbuch »Das Handbuch für trockene Wände« von Hans-Jürgen Krein — Erfinder des Isofin-Verfahrens, über 65 Jahre Erfahrung im Bautenschutz. 9. erweiterte Auflage. Zuletzt aktualisiert: Juni 2026.

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