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Kapitel 6 von 11 · Materialien

Geeignete Materialien

Welche Putze, Wandbeläge und Steinarten für die Isofin-Behandlung geeignet sind — und welche Materialien die Trocknung der Wand dauerhaft behindern.

Kurzfassung – Putz für feuchte Wände und geeignete Steine für die Isofin-Sperre

Damit eine Wand nach der Sperre abtrocknen kann, muss das Wasser ungehindert bis kurz unter die Oberfläche gelangen und dort verdunsten. Geeignet sind offenporige Putze wie Kalkputz oder Kalk-Zement-Putz. Sperrputz, Dichtschlämme und dichte Anstriche auf der Innenseite verhindern das Abtrocknen und gelten laut Handbuch als schwerer bauphysikalischer Fehler. Fast alle Steinarten lassen sich mit Isofin® hydrophobieren, als Horizontalsperre gegen aufsteigende und als Flächensperre (Vertikalsperre) gegen seitlich eindringende Feuchtigkeit.

Quelle: https://isofin.de/pages/handbuch-materialien · Kapitel 6 von 11 · Stand 28.09.2026

Putze und Wandbeläge

  • Geeignet: unverputztes Sichtmauerwerk, Kalkputz und der festere Kalk-Zement-Putz. Durch diese offenporigen Putze gelangt das Wasser aus dem Wandkern bis in die Verdunstungszone.
  • Sanierputz: Er ist offenporig, enthält aber zusätzlich große Kugelporen, die den Wassertransport bremsen. Die Oberfläche ist deshalb schnell trocken. Laut Handbuch ist er die Wahl, wenn das Feuchteproblem rasch unsichtbar werden soll. Eine Sperre ersetzt er nicht.
  • Ungeeignet auf der Innenseite: Zementputz (Sperrputz), Dichtschlämme sowie Bitumen-, Lack- und Latexanstriche. Alles, was die Verdunstung verhindert, verhindert das Abtrocknen der Wand.
  • Farbe und Verkleidung: Verdunstungshemmende Farben (Latex-, Lack-, Ölfarbe), Fliesen und Holzverkleidungen erst nach völliger Austrocknung aufbringen. Gipsputz und Gipskarton im Keller meiden. Für Kellerwände empfiehlt das Handbuch normalen Kalkputz.

Welche Steine und welches Mauerwerk?

  • Geeignet: Natursteine wie Bruchstein, gebrannte Ziegel, Kalksandstein, Zement- und Schlackensteine, Beton sowie Hohlkammersteine, Porenbeton und Lehm (Details im Kapitel „Anleitung“).
  • Ausnahmen: In natürlichem Karbonatgestein (Kalktuff, Travertin, Marmor, Dolomit) und Sulfatgestein (Gips, Baryt) entwickelt Isofin im Stein selbst nur eine mäßige Wirkung.
  • Warum es trotzdem funktioniert: Mauerwerk besteht immer aus Steinen und Mörtel. Mauermörtel besteht zu über 75 % (Gewicht) aus Quarz- oder Schlackensand, und darin baut Isofin eine wasserabweisende Zone rund um die Steine auf. Die Dochtwirkung ist damit unterbrochen, auch wenn einzelne Steine schlecht hydrophobierbar sind.
  • Dichte Natursteine wie Basalt oder Granit nehmen kaum Wasser auf. Hier transportieren allein die Fugen das Wasser. Bohren Sie deshalb immer so, dass Sie eine Mörtelfuge treffen. Bei Steh- und Flächensperren müssen Sie das besonders beachten.

Einsatzgrenzen

  • Nicht für drückendes Wasser.
  • In Porenbeton dauert das Austrocknen laut Handbuch rund 40 % länger, bei 30 cm Wandstärke bis zu 8 Monate.

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Geeignete Putze und Wandbeläge — und ungeeignete

Kurz gesagtDamit die Wand trocknet, muss das Wasser ungehindert bis kurz unter die Oberfläche gelangen und dort verdunsten. Geeignet sind offenporige Putze wie Kalkputz oder der festere Kalk-Zement-Putz. Dichte Putze und Sperrschichten behindern die Trocknung.

Wie im Kapitel Wie Wände trocknen erläutert, findet die Wasserverdunstung von Wänden einige Millimeter unter der Wandoberfläche statt. Das heißt, das Wasser muss ungehindert bis hierhin gelangen können. Bei unverputztem, sogenanntem Sichtmauerwerk, ist das kein Problem. Auch einige Putze sind offenporig, sodass das Kapillarwasser ungehindert aus dem Wandkern in den Putz eindringen und dort verdunsten kann. Kalkputz oder der festere Kalk-Zement-Putz sind derart offenporige Putze.

Sanierputz nimmt eine Sonderstellung ein. Er ist zwar offenporig, enthält aber zusätzlich zu den Kapillaren, mit kräftigem kapillarem Wassertransport, große Kugelporen (Schaumporen, Bild 31), welche den kapillaren Wassertransport verzögern. Sanierputz ist deshalb bereits nach kurzer Zeit an der Oberfläche trocken, weil er den Wassertransport aus dem Wandkern behindert und die geringere Wassermenge oberflächennah schneller verdunstet als Wasser nachgeliefert wird. Trotzdem ist der teuere Sanierputz durchaus die Wahl, wenn das Feuchteproblem schnell unsichtbar werden soll.

Querschnitt durch Sanierputz: natürliche Kapillaren und Kugel-Luftporen
Bild 31 — Sanierputz im Querschnitt: natürliche Kapillaren mit kapillarem Wassertransport aus der Wand (gefüllte Kapillaren, teilweise Wasserfüllung, dünner Wasserfilm) neben Kugelporen (Luftporen), die den Wassertransport verzögern. Rechts: Salzkrista​lle an der Oberfläche nach der Verdunstung.

Zementputz hingegen hat sperrende Wirkung, wird daher auch oft als Sperrputz bezeichnet und enthält als solcher oft auch noch weitere sperrende Substanzen.

Er stellt, wie alle anderen sperrenden Maßnahmen, beispielsweise Dichtschlämme, Bitumen-, Lack- oder Latex-Anstriche, auf Wand-Innenflächen einen schweren bauphysikalischen Fehler dar. Alle Maßnahmen, welche die Wasserverdunstung verhindern, verhindern die Trocknung der Wand!

Welche Steine sind mit Isofin behandelbar

Kurz gesagtFast alle Steinarten — Ziegel, Kalksandstein, Beton, Schlackenstein und Naturstein — lassen sich mit Isofin hydrophobieren. Nur bei Karbonatgestein (z. B. Marmor, Travertin, Kalktuff) und Sulfatgestein (Gips) entwickelt Isofin im Stein selbst eine geringere Wirkung.

Um es kurz zu machen und eine mehrseitige Liste zu ersparen: Fast alle Steinarten, Natursteine (Bruchsteine) und Kunststeine (gebrannte Ziegelsteine, Kalksandsteine, Zementsteine, Schlackensteine usw.) können mit Isofin optimal hydrophobierend behandelt werden. Es gibt lediglich zwei Ausnahmen, bei denen Isofin nur eine mäßige Wirkung entwickelt, das ist natürliches Karbonatgestein (Kalktuff, Travertin, Marmor, Dolomit) und Sulfatgestein (Gips, Baryt).

Trotzdem kann Isofin auch im Mauerwerk aus Karbonat- und Sulfat-Gestein erfolgreich angewendet werden, wie das folgende Kapitel erklärt.

Welches Mauerwerk kann mit Isofin hydrophobiert werden

Kurz gesagtSelbst wenn einzelne Steine ungeeignet sind, funktioniert Isofin im Mauerwerk: Der Mörtel besteht zu über 75 % aus Sand, mit dem Isofin eine optimale wasserabstoßende Zone rund um die Steine aufbaut.

Mauerwerk besteht immer aus Steinen und Mörtel. Wobei als Mörtel ein Gemisch aus Kalk und Sand oder Kalk, Zement und Sand Verwendung findet. Mauermörtel wird typischerweise aus einem Raumteil (RT) Baukalk und drei Raumteilen Sand hergestellt. Er besteht also aus mehr als 75 % (Gewicht) aus Quarz- oder Schlackensand, mit dem Isofin eine optimale Hydrophobie aufbaut.

Querschnitt eines nassen Natursteinmauerwerks mit Injektionsbohrung
Bild 32 — Querschnitt eines nassen Natursteinmauerwerks mit der Injektionsbohrung vor der Isofin-Behandlung.
Querschnitt desselben Mauerwerks nach der Isofin-Injektion mit eingezeichneter Isofin-Zone über dem nassen Wandbereich
Bild 33 — Situation nach der Isofin-Injektion und der Austrocknung der Wand: Die Isofin-Zone (rötlich dargestellt) ist wasserabstoßend und trocken; der nasse Wandbereich ist auf den Bereich unterhalb der Injektionsebene begrenzt.

Das Isofin hat eine (rötlich dargestellte) wasserabstoßende Mörtelzone um die Steinbrocken aufgebaut.

Die Dochtwirkung, die vorher das Wasser in der Wand nach oben transportierte, ist unterbrochen. Mörtel und Steine in der Isofin-Zone und darüber trocknen aus.

Diese Wirkung ist völlig unabhängig davon, ob das Steinmaterial der Wand eine gute oder nur mäßige Hydrophobie entwickelt. Die Wand wird trocken.

Dasselbe gilt für die Flächensperre (Vertikalsperre) gegen seitlich eindringende Feuchtigkeit.

Häufige Fragen

Welcher Putz ist für eine feuchte Wand geeignet?

Damit eine Wand trocknen kann, muss das Wasser ungehindert bis kurz unter die Oberfläche gelangen und dort verdunsten. Geeignet sind offenporige Putze, durch die das Kapillarwasser aus dem Wandkern ungehindert eindringen und verdunsten kann. Kalkputz und der festere Kalk-Zement-Putz sind solche offenporigen Putze. Bei unverputztem Sichtmauerwerk ist die Verdunstung ohnehin kein Problem.

Ist Sanierputz für nasse Wände geeignet?

Sanierputz nimmt eine Sonderstellung ein: Er ist zwar offenporig, enthält aber zusätzlich große Kugelporen, die den kapillaren Wassertransport verzögern. Dadurch ist er an der Oberfläche schnell trocken, weil er den Transport aus dem Wandkern behindert und die geringere Wassermenge oberflächennah schneller verdunstet, als Wasser nachkommt. Er ist die Wahl, wenn das Feuchteproblem rasch unsichtbar werden soll.

Schaden Dichtschlämme oder Bitumen-Anstriche auf der Wandinnenseite?

Ja. Sperrende Schichten auf der Wandinnenseite verhindern die Trocknung. Zementputz stellt — wie alle anderen sperrenden Maßnahmen, beispielsweise Dichtschlämme sowie Bitumen-, Lack- oder Latex-Anstriche — auf Wand-Innenflächen einen schweren bauphysikalischen Fehler dar. Denn alle Maßnahmen, welche die Wasserverdunstung verhindern, verhindern zugleich die Trocknung der Wand.

Welche Steinarten lassen sich mit Isofin behandeln?

Fast alle Steinarten lassen sich mit Isofin hydrophobierend behandeln: Natursteine wie Bruchsteine ebenso wie Kunststeine, etwa gebrannte Ziegelsteine, Kalksandsteine, Zementsteine und Schlackensteine. Es gibt nur zwei Ausnahmen, bei denen Isofin lediglich eine mäßige Wirkung entwickelt — natürliches Karbonatgestein wie Kalktuff, Travertin, Marmor und Dolomit sowie Sulfatgestein wie Gips und Baryt.

Warum wirkt Isofin auch, wenn die einzelnen Steine ungeeignet sind?

Mauerwerk besteht immer aus Steinen und Mörtel. Der Mörtel wird typischerweise aus einem Raumteil Baukalk und drei Raumteilen Sand gemischt und besteht damit zu über 75 Prozent (Gewicht) aus Quarz- oder Schlackensand. Genau mit diesem Sand baut Isofin eine optimale Hydrophobie auf.

Hilft Sperrputz oder Dichtputz gegen feuchte Wände?

Nein. Zementputz wirkt sperrend und gilt auf Wandinnenflächen, wie Dichtschlämme oder Bitumen-, Lack- und Latexanstriche, laut Handbuch als schwerer bauphysikalischer Fehler. Er verhindert die Verdunstung, das Wasser bleibt in der Wand und steigt höher.

Welche Farbe hält auf feuchten Wänden?

Keine, solange die Wand nass ist. Latex-, Lack- und Ölfarben behindern die Verdunstung und kommen erst nach völliger Austrocknung auf die Wand. Erst den Wassereintritt sperren, dann offenporig beschichten. Für Kellerwände empfiehlt das Handbuch normalen Kalkputz.

Lässt sich Sandstein- oder Bruchsteinmauerwerk abdichten?

Ja. Auch wenn einzelne Steine kaum Wasser aufnehmen, baut Isofin im Mörtel, der zu über 75 % aus Sand besteht, eine wasserabweisende Zone auf. Bohren Sie immer bis in die Mörtelfuge. Im Stein selbst wirkt Isofin nur bei Karbonat- und Sulfatgestein wie Marmor, Travertin und Gips schwächer.

Eignet sich Isofin für Hohlblocksteine und Porenbeton?

Ja. In Gitterziegeln und Hohlblocksteinen fließt Isofin in Kammern und Fuge und verteilt sich von dort in 2–3 Wochen ins Steinmaterial. In Porenbeton verteilt es sich ähnlich wie im Vollziegel, nur das Austrocknen dauert laut Handbuch etwa 40 % länger.

Einordnung: Isofin in Kürze