Einführung & Geschichte
Warum feuchte Wände so lange als unvermeidlich galten — und wie die Idee zu Isofin entstand: ein persönlicher Rückblick von Autor Hans-Jürgen Krein.
Kurzfassung – Einführung & Geschichte: der Erfinder des Isofin-Verfahrens
Das Isofin-Verfahren geht auf Hans-Jürgen Krein zurück. Vor rund 60 Jahren hatte er die Idee zu einem Mittel, das poröse Baustoffe wasserabweisend macht, ohne ihre Poren zu verstopfen. 1967 war sein erstes offenporiges, wasserabstoßendes Imprägniermittel im Einsatz. Auf diesem Prinzip der offenporigen Hydrophobierung beruht Isofin®, das heute als Horizontalsperre gegen aufsteigende und als Flächensperre (Vertikalsperre) gegen seitlich eindringende Feuchtigkeit eingesetzt wird.
Quelle: https://isofin.de/pages/handbuch-einfuehrung · Kapitel 1 von 11 · Stand 28.09.2026
Kernaussagen
- Feuchte Wände in Kellern und Wohnräumen galten über Jahrtausende als normal. Bis Anfang der 1930er-Jahre wurden Gebäude fast ausschließlich ohne Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit gebaut. Vertikale Außenabdichtungen gegen seitlich eindringende Feuchtigkeit waren ebenfalls selten. Deshalb sind viele Altbauten heute feucht.
- Auch beim Neubau entstehen noch Fehler, die zu Feuchteproblemen führen.
- Wer selbst Hand anlegen will, muss zuerst verstehen, wie das Problem entsteht. Dafür ist das Handbuch geschrieben: Es erklärt die bauphysikalischen Zusammenhänge und soll Fehler bei der Erkennung der Ursache und bei der Sanierung verhindern.
- Offenporig statt dicht: Das in der Wand vorhandene Wasser soll nach der Abdichtung weiter entweichen können. Das Vorwort beschreibt dazu einen Versuch: Auf einem hydrophobierten, 6 cm dicken Gasbetonstein steht eine 15 cm hohe Wassersäule, ohne dass Wasser eindringt, und trotzdem lässt sich Luft mit dem Mund hindurchblasen.
- Als Beispiel aus der Praxis nennt das Vorwort eine Kellerwand, die außen nicht freigelegt werden konnte und von innen abgedichtet wurde. Danach konnte sie abtrocknen und erhielt die natürliche Wärmedämmung des Mauerwerks zurück. Für solche Wände ist heute die Isofin-Flächensperre gedacht.
- Hinweis des Autors: Auch bei Abdichtungsprodukten ist nicht überall Hochtechnik drin, wo Hochtechnik draufsteht.
Was das für Isofin® heute bedeutet
- Isofin® ist eine wasserfreie, hydrophobierende Kapillarwassersperre zur Selbstanwendung.
- Es ist ein Produkt für zwei Anwendungen. Die Horizontalsperre entsteht aus einer waagerechten Bohrlochreihe, die Flächensperre aus mehreren versetzten Lagen über die feuchte Fläche.
- Anwendung: Bohrlöcher mit 12–14 mm Durchmesser im Abstand von 25 cm, dann die Flaschen einstecken. Die Wand nimmt das Mittel selbsttätig auf.
Hinweis zur Quelle
Dieses Kapitel gibt die Sicht des Erfinders aus Jahrzehnten Praxis wieder. Kundenbewertungen oder Testergebnisse enthält das Handbuch nicht.
Einsatzgrenzen
- Nicht für drückendes Wasser (Stau- oder Grundwasser). Solche Schäden gehören laut Handbuch zu erfahrenen Fachbetrieben.
- Vor jeder Sperre die Ursache klären, siehe „Wie Feuchtigkeit entsteht“ und „Feuchteursache messen“.
Weiter
- Nächstes Kapitel: https://isofin.de/pages/handbuch-grundlagen
- Bohrplan, Materialmenge und Preis: https://isofin.de/pages/kalkulator
- Persönliche Einordnung: Hendrik Flügge, Mauerwerks-Abdichtungsexperte, https://isofin.de/pages/hendrik-fluegge. Fotos helfen bei der Einordnung, ersetzen aber keine Begutachtung vor Ort.
Vorwort
Feuchte Wände in Kellern und dem Wohnbereich waren über Jahrtausende normal und mussten früher einfach akzeptiert werden.
Bis zum Anfang der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden Gebäude fast ausschließlich ohne Horizontalsperren gegen aufsteigende Feuchtigkeit erstellt.
Vertikale Außenabdichtungen waren bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls selten anzutreffen.
Trotz allen Fortschritts werden auch heute, beim Bau neuer Häuser, noch viele Fehler gemacht, die zu Feuchtigkeitsproblemen führen.
Es ist gleichgültig, ob ein altes, vielleicht mehr als 100-jähriges Haus saniert oder der Baupfusch an einem Neubau beseitigt werden soll. Wer selbst Hand anlegen will, muss zunächst verstehen, wie es zu den Problemen kommt, die er beseitigen will.
Dieses Handbuch wurde geschrieben, um Selbstanwendern von Isofin die bauphysikalischen und konstruktionsbedingten Zusammenhänge von Feuchtigkeits-Problemen, in Kellern und Wohnräumen, zu erklären, sowie Fehler bei der Erkennung der Schadenursache und der Bearbeitung von Feuchteschäden zu unterbinden.
Hans-Jürgen Krein
Hinweis: 9. erweiterte Auflage, August 2025, Copyright Hans-Jürgen Krein. Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung, gleich auf welche Weise, nur mit Genehmigung des Autors. Auszugsweise Nutzung von Texten und Grafiken im Rahmen von Fachvorträgen oder Fachveröffentlichungen, mit deutlicher Quellenangabe, erlaubt.
Vor 60 Jahren
Vor 60 Jahren hatte ich die Idee, ein Produkt zu entwickeln, welches die Regen- und sonstige Wasser-Aufnahme poröser Baustoffe verhindert, ohne deren Poren zu verstopfen. Das bereits in den Wänden vorhandene Wasser sollte auch nach der „Abdichtung" aus der Wand problemlos entweichen können.
Natürlich lachten die „alten Hasen" zunächst und fragten, ob ich eine denkende Versiegelung erfinden wolle, welche die Poren nur bei Regen verschließt und bei Sonnenschein wieder öffnet.
Zwei Jahre später, (anno 1967) war mein erstes offenporiges, wasserabstoßendes Imprägniermittel erstmalig im Einsatz.
Heute ist offenporiger, hydrophobierender Fassadenschutz für die Meisten etwas Normales und Selbstverständliches. Trotzdem lese ich auch heute noch von sehr lernresistenten und/oder selbsternannten „Fachleuten", dass Hydrophobiermittel bauschädlich sind, weil sie die Poren verstopfen.
Wie offen die Poren heute bei einem guten Hydrophobiermittel bleiben, wundert allerdings die meisten Baufachleute doch. Das erlebe ich immer wieder bei Vorlesungen, Schulungen oder auf Messen, wenn ich die hier abgebildete Wassersäule mit hydrophobiertem Gasbetonboden vorführe.
Kaum jemand kann sich vorstellen, dass man durch einen 6 cm dicken Gasbetonstein, der hydrophobiert wurde und in den deshalb kein Wasser eindringt, obwohl eine 15 cm hohe Wassersäule auf ihm steht, problemlos mit dem Mund hindurchblasen kann.
Die gewaltigen Vorteile für eine Fassadenimprägnierung oder eine Horizontalsperre, die auf diesem Effekt beruhen, begreift man erst später, allmählich, oftmals erst, wenn man sie in der Praxis angewendet hat:
- wenn ein nasses, schimmelbefallenes Haus wieder bewohnbar wurde
- wenn an einem denkmalgeschützten Haus durch diese unsichtbare Maßnahme eine Energieeinsparung von 25 oder 30 % erreicht wird
- wenn eine Kellerwand, die außen nicht freigeschachtet und bituminiert werden konnte, von innen so abgedichtet wurde, dass die Wand trocken ist und ihre natürliche Wärmedämmung zurück erhalten hat
- wenn eine Kellerwand, durch die Wasser floss, so dicht wird, dass man in dem abgedichteten Raum ein Textillager einrichten kann, obwohl außen ein Bach an der Wand entlang fließt.
Diese und viele andere Möglichkeiten hat man heute mit Hightech-Abdichtungsprodukten und Abdichtungsmethoden.
Vorsicht! Auch für Abdichtungsprodukte gilt: Wo Hightech draufsteht, ist nicht immer Hightech drin!
Hans-Jürgen Krein
Häufige Fragen
Wer hat Isofin entwickelt?
Verfahren und Handbuch stammen von Hans-Jürgen Krein. Nach seinem Vorwort war sein erstes offenporiges, wasserabstoßendes Imprägniermittel 1967 erstmals im Einsatz.
Worin unterscheidet sich Isofin von anderen Horizontalsperren?
Isofin ist wasserfrei und hydrophobiert die Poren, ohne sie zu verstopfen: Wasser wird abgewiesen, Luft und Wasserdampf entweichen weiter. Wässrige Mittel werden laut Handbuch vom Porenwasser verdünnt und brauchen Bohrabstände von 10–15 cm, Isofin kommt mit 25 cm aus. Dasselbe Mittel dient als Horizontalsperre gegen aufsteigende oder als Flächensperre (Vertikalsperre) gegen seitlich eindringende Feuchtigkeit.
Warum sind Altbauten oft feucht?
Bis Anfang der 1930er-Jahre wurden Gebäude fast ausschließlich ohne Horizontalsperre gebaut, und vertikale Außenabdichtungen waren selten. Viele Altbauten nehmen deshalb Wasser aus dem Fundament und aus dem seitlich anliegenden Erdreich auf.